Large-Scale Testing – «Die zweite Welle ist eine reelle Gefahr»

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Large-Scale Testing«Die zweite Welle ist eine reelle Gefahr»

Jede Woche wird eine Person aus unserem Umfeld auf das Coronavirus getestet. In einer Pressekonferenz erklären die Experten, welche Vorteile das Large-Scale Testing hat.

«Ich glaube wir machen hier was, das sich wirklich lohnt», erklärt Dr. Ulf Nehrbass.

«Ich glaube wir machen hier was, das sich wirklich lohnt», erklärt Dr. Ulf Nehrbass.

Editpress/Julien Garroy

Wenn auch die Fallzahlen in Luxemburg derzeit konstant bleiben, steht am Ende weiterhin ein großes Fragezeichen: Wie wird es weitergehen? Die letzten Prognosen hatten den epidemischen Verlauf des Coronavirus deutlich überschätzt, allerdings fällt es wegen der Dunkelziffer an Infizierten weiterhin schwer, die Auswirkungen der Krankheit einzuschätzen.

Bislang gehen die Experten für jeden Erkrankten von drei weiteren Fällen aus. In einer Pressekonferenz äußerte sich das Team der Research Luxembourg Covid-19 Taskforce am Donnerstagmittag erneut zum Large-Scale Testing, um darauf aufmerksam zu machen, welche positiven Aspekte das Contact Tracing mit sich bringt.

Striktes Monitoring kann eine zweite Welle verhindern

Laut den Experten verläuft die Kontaktverfolgung derzeit effizienter als gedacht. Das liege unter anderem auch daran, dass sich derweil rund 50 Prozent der kontaktierten Personen auf Sars-CoV-2 testen lassen. Seit dem 16. Juni werden wöchentlich 150.000 Einladungen verschickt, zwischen 7000 und 8000 Personen lassen sich täglich testen. Ein Prozentsatz, der sich «in eine vernünftige Richtung» bewegt. Die Kampagne soll noch bis zum 27. Juli laufen.

Das Programm ziele konsequent darauf ab, eine zweite Welle zu vermeiden, oder sie im schlimmsten Fall gleich eindämmen zu können, erklärte Paul Wilmes. «Denn die zweite Welle ist nichts Hypothetisches, es ist eine reelle Gefahr.»

Ein Punkt, den auch Dr. Ulf Nehrbass nochmals unterstreicht. Das Ziel sei es nun, ein engmaschiges Netz zu schaffen, um Infektionsketten so früh wie möglich zu durchbrechen. Das schaffe nicht nur mehr Sicherheit, sondern reduziere auch den psychologischen Druck, den derzeit viele Menschen wegen der Angst vor der Ansteckung verspüren. Doch auch eine zweite Welle, könne, wenn alle sich testen lassen, dank des proaktiven Contact Tracings wie eine Flamme erloschen werden.

(Liz Mikos/L'essentiel)

Beim Large-Scale Testing werden Rachenabstriche genommen, die deutlich weniger schmerzhaft sind als die Nasenabstriche.

Zudem wurde das Buchungssystem vereinfacht: Kontaktierte Personen können nun auch über die neu eingerichtete Hotline einen Termin vereinbaren.

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