Geld-App aus Luxemburg – Diese App ist der letzte Schrei in der Bankenwelt
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Geld-App aus LuxemburgDiese App ist der letzte Schrei in der Bankenwelt

LUXEMBURG - Eine neue App «made in Luxembourg» vereint Sparschwein und Whatsapp. Das Start-Up-Unternehmen «SnapSwap» hat sich jetzt einen wichtigen Partner ins Boot geholt.

Wirtschaftsminister Étienne Schneider beim Unterzeichnen des Partnerabkommens zwischen LuxTrust und SnapSwap.

Wirtschaftsminister Étienne Schneider beim Unterzeichnen des Partnerabkommens zwischen LuxTrust und SnapSwap.

Wirtschaftsministerium

Die Zukunft des Zahlungsverkehrs, sie beginnt womöglich am Boulevard Royal in der Hauptstadt: Der IT-Dienstleister LuxTrust hat am Donnerstag unter den Augen von Wirtschaftsminister Étienne Schneider (LSAP) ein vielleicht wegweisendes Partnerabkommen mit dem Start-Up-Unternehmen SnapSwap unterzeichnet. Denis Kiselev, Gründer und Vorstandschef der auf Finanztechnologie («Fintech») spezialisierten Firma, ist vor einem Jahr aus dem Silicon Valley ausgezogen, um von Luxemburg aus die Welt zu erobern – und zwar mit der Smartphone-App «Gloneta», einer Mischung aus digitalem Sparschwein und Whatsapp.

«SnapSwap ist das erste elektronische Geldinstitut, das eine Zulassung der Finanzaufsicht in Luxemburg erhalten hat», erklärte Étienne Schneider bei der Unterzeichnung des Abkommens. «Das Potenzial der Firma ist enorm.»

Chatten und gleichzeitig Geld überweisen

Das Konzept ist simpel: Mit Gloneta können Nutzer gleichzeitig chatten und Geld überweisen. Ein Beispiel: Die Tochter ist im Urlaub in Mailand und braucht Geld, um sich eine neue Bluse zu kaufen. Über die Chatfunktion der App schreibt sie ihrem Papa in Luxemburg, ob er ihr vielleicht 50 Euro als Unterstützung schicken könnte. Der Vater willigt ein und schickt das Geld – und innerhalb von Sekunden kann die Tochter beim Shoppen darauf zugreifen.

Die Authentifizierungslösung von LuxTrust, die die Kunden Luxemburger Banken bereits bestens kennen, soll für die notwendige Sicherheit sorgen, wenn Nutzer das Geld quer durch die Welt schicken. Die mobile Zahlungslösung hat aber auch ein eigenes Sicherheitssystem eingebaut, das auf der «Blockchain»-Verschlüsselungstechnologie basiert. Die Technologie wird unter anderem von der Cyberwährung Bitcoin genutzt – und ist derzeit der letzte Schrei in der Bankenwelt.

Keine Konkurrenz für Banken

Aber werden Banken dadurch nicht obsolet, wenn sich Person A und Person B einfach und innerhalb von Sekunden direkt Geld untereinander schicken können? «Uns geht es nicht darum, Banken Konkurrenz zu machen, sondern Synergien mit ihnen zu knüpfen», sagt Kiselev zu L'essentiel. BIL und BNP Paribas hat sich der Gründer von SnapSwap bereits als Partner ins Boot geholt.

Als Präsident von SnapSwap fungiert übrigens ein alter Bekannter: Ex-Hauptstadtbürgermeister Paul Helminger. Der 75-Jährige ist vom Konzept von Gloneta überzeugt, weil die App die Ansprüche der jüngeren Generation erfülle. «Wichtig ist, dass die Anwendung sicher ist. Dass ein etablierter Akteur wie LuxTrust und ein Start-Up wie SnapSwap sich miteinander vernetzen, ist ein einzigartige Sache.» In den nächsten Wochen soll die Gratis-App, die sowohl für iOS als auch Android verfügbar sein wird, in vollem Umfang startklar sein. Helminger hat schon zwei Euro an den Wirtschaftsminister überwiesen, scherzte er im Anschluss an die Präsentation.

(Jörg Tschürtz/L'essentiel)

Denis Kiselev zeigt Minister Schneider und Verwaltungsratspräsident Helminger, wie die App funktioniert.

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