Von Audi bis VW – Diese Autos aus den 90ern sind jetzt Oldtimer
Publiziert

Von Audi bis VWDiese Autos aus den 90ern sind jetzt Oldtimer

Hat ein Auto 30 Jahre auf dem Blech gilt es offiziell als Oldtimer. Wir haben die neusten Klassiker für euch zusammengefasst und dabei ein paar echte Highlights gefunden.

Gehört ab diesem Jahr zu den Oldtimern: der Jaguar XJ 220.

Gehört ab diesem Jahr zu den Oldtimern: der Jaguar XJ 220.

Jaguar Land Rover

Ob in der Mode, beim Make-up oder der Musik, die Neunzigerjahre feiern ihr großes Comeback. Da passen auch die neuen Oldtimer perfekt dazu. Modelle mit dem Jahrgang 1992 gehören ab diesem Jahr offiziell zu den Classic Cars. Die besten Modelle haben wir für euch zusammengestellt.

Alfa Romeo 155

Beim Alfa Romeo 155 handelte es sich um eine viertürige Mittelklasse-Limousine, die über einen Frontantrieb mit einem quer eingebauten Motor verfügte. Im Angebot waren zum Beispiel zwei Vierzylinder-Versionen mit 129 PS und 144 PS – außerdem gab es eine «fette» Sechszylinder-Variante mit 165 PS. Ganz so überzeugte der 155 die Kunden nicht, da er doch auch der gleichen Plattform wie der Fiat Tipo und der Fiat Tempra basierte. Einzig die Motoren ließen die Herzen der Alfisti höher schlagen.

Aston Martin Virage Volante

Der Aston Martin Virage Volante spaltete die Gemüter. Für die einen war er ein zusammengewürfeltes Luxus-Cabrio mit Heckleuchten, die an den VW Scirocco erinnerten, Frontscheinwerfer, die vom Audi 200 stammten und zwei nachträglich eingebauten Notsitzen. Für Ford, den damaligen Besitzer von Aston Martin, war dieses Modell hingegen die große Hoffnung den angeschlagenen Autohersteller wieder auf Kurs zu bringen. Ursprünglich sollte der Virage Volante als offener Roadster auf den Markt kommen. Doch der Zweisitzer wurde von der Presse verrissen. Ob er nun gefällt oder nicht, das Luxus-Cabrio war eine heiße Nummer, auch dank dem 5,3 Liter großen V8-Motor. Insgesamt wurden 233 Stück produziert, der aktuelle Wert liegt bei knapp 100.000 Euro.

Audi S4 V8 Quattro

Der erste Audi S4 betrat 1991 als Nachfolger des Audi 200 Quattro 20V die Bühne und hatte damals schon einen leistungsstarken Benziner mit fünf Zylinder unter der Haube. Ein Jahr darauf legten die Ingolstädter mit dem Achtzylinder noch eins oben drauf. Der S4 V8 Quattro schöpft aus 4,2 Litern Hubraum 280 PS, stemmte bis zu 400 Newtonmeter maximales Drehmoment auf die Straße. In der Spitze schaffte er damals knapp 250 km/h – damals der schnellste in der Sportfamilie des Audi A4 mit Straßenzulassung. Das Modell wurde damals sowohl als Stufenheck als auch als Kombi gebaut. Gehandelt wird der Audi S4 V8 Quattro aktuell um die 20.000 Euro – ein echtes Schnäppchen.

BMW M5 Touring

Die hauseigene Tuningschmiede von BMW sorgt immer mal wieder für echte Rennklassiker. Ende der 80er-Jahre kam die zweite Generation der Sportlimousine M5 auf den Markt.1992 folgte dann ein Facelift und mit ihm der erste M5 Kombi. Die sportliche Familienkutsche schaffte es in 5,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h – da klappt den Kleinen auf der Rückbank schnell mal die Kinnlade runter – bei 250 km/h wurde der flinke Lademeister elektronisch abgeriegelt. Das Ganze schaffte der M5 Touring dank seinem Reihensechszylinder mit 3,8 Liter Hubraum und 340 PS. Es wurden übrigens nur 891 Exemplare gebaut, kein Wunder heute ist der erste Kombi der BMW M GmbH ein heißbegehrter Klassiker.

Ford Scorpio Turnier

Ein weiterer Kombi feierte 1992 seine Premiere und darf sich heute als Oldtimer bezeichnen, der Ford Scorpio Turnier. Vielleicht nicht ganz so sportlich wie der M5 Touring, dafür aber ein echter Schluckspecht. Hinter der Klappe verbarg sich ein Fassungsvermögen von 500 Litern, das bei umgeklappter Rückbank auf 1600 Liter erweiterbar war. Herzstück des Scorpio Turnier war sein Zweiliter-Benzinmotor mit 120 PS. Heute ist der Ford Scorpio Turnier ein echtes Schnäppchen, das es bereits in gutem Zustand unter 5000 Euro gibt.

Honda CRX

Der Honda CRX, der 1992 auf den Markt kam, war damals die dritte und letzte Generation des kleinen Sportcoupés. Im Gegensatz zu den vorigen CRX-Modellen fiel er besonders durch seinen Überrollbügel auf. Im Gegensatz zu seinen Mitbewerber hatte der CRX ein variables Dach, das ihn sowohl zu einem waschechten Coupé als auch zu einem flotten Cabrio macht. Erst Jahre später kam Mercedes-Benz mit dem SLK. Und ein weiterer Vorteil hatte der CRX: bei geschlossenem Dach konnte man die Heckscheibe nach unten fahren. Der Honda CRX ist so 90s und dabei sagenhaft günstig. So wird der Zweisitzer bereits ab knapp 4000 Euro gehandelt.

Jaguar XJ 220

Der Jaguar XJ 220 war für die britische Luxusmarke ein Mega-Flop. Dabei hat alles so gut angefangen. Um den Supersportler richtig in Szene zu setzen, rührte Jaguar kräftig die Werbetrommel und verlieh dem XJ 220 noch vor seiner Weltpremiere den Heldenstatus. 350 km/h Spitzengeschwindigkeit wurden versprochen, ein V12-Motor der Extraklasse und Allradantrieb. Das Interesse war riesig. Doch als 1992 der Jaguar XJ 220 dann auf den Markt kam, war die Enttäuschung ebenso riesig. V6 statt V12, Hinterradantrieb statt Allrad und mit knapp 400.000 Euro so teuer wie kaum ein Modell zuvor. Lediglich 275 Modelle wurden schlussendlich verkauft. Heute ist der XJ 220 eine Ikone der 90er-Jahre und ein heißbegehrtes Sammlerstück.

Nissan Micra

Wer hätte das gedacht, dass die zweite Generation des Nissan Micra eines Tages Oldtimerstatus erreicht. Doch der Kleinwagen aus dem Jahr 1992 hat nun doch schon 30 Jahre auf dem Buckel. Gelobt wurde der Japaner in den 90ern vor allem wegen seiner Vollwertigkeit. Damit aber nicht genug: Der Nissan Micra wurde ein Jahr später auch noch zum «Auto des Jahres» in Europa gekürt.

Porsche 911 Turbo S 3.3

Er war, ist und bleibt eine Legende: Der Porsche 911 Turbo S! Ein radikaler Sportler, der lediglich 86 Mal gebaut wurde. Das Modell aus Zuffenhausen wurde gnadenlos auf Performance getrimmt. So hatte der 3,3-Liter-Turbomotor 61 PS mehr als beim «normalen» Turbo – und das bei einem Gewicht von 1290 Kilogramm. 180 Kilogramm haben die Ingenieure beim 911 Turbo S eingespart. So hatte der brachialste Elfer seiner Zeit keine Rücksitze, keine Klimaanlage, keine Lärmdämmung und keine Servolenkung, zudem wurden die Airbags entfernt und auf sämtliche Luxus wie eine Zentralverriegelung und elektrische Fensterheber verzichtet. Der pure Minimalismus, das ikonische Design und die ungestüme Power des Mega-Elfers sind heute ein Vermögen wert. Kürzlich versteigerte Exemplare erzielten Rekordsummen von über einer Million Euro.

Subaru Vivio

Gleich alt wie der Porsche, aber ein Bruchteil so teuer, ist ein weiterer Zuwachs in der Classic Car Szene: Der Subaru Vivio. Der Kleinstwagen aus Japan erblickte 1992 das Licht der Welt. Der Name Vivio soll eine Anspielung auf seine Hubraumgröße von 660 Kubikmeter sein. Schreibt man die Ziffer sechs mit römischen Zahlen und ersetzt die Ziffer 0 durch O, ergibt das VI VI O. Zugegeben, wenn man von einem Oldtimer spricht, hat man definitiv nicht den Subaru Vivio vor Augen. Doch der kleine Allradler mit stolzen 44 Pferdestärken könnte sich noch zum Fiat Panda aus dem Fernen Osten entwickeln. Kostenpunkt: ca. 4000 Euro.

Volkswagen Vento

Der Volkswagen Vento sollte eigentlich für frischen Wind sorgen, aber wie sein Vorgänger, der Jetta und sein Nachfolger, der Bora, war er ein Ladenhüter. Immerhin fand das Konzept des Stufenheck-Golfs in anderen Teilen der Welt weit mehr Anklang, unter anderem im Osten Deutschlands und im Süden Europas, doch die erhoffte frische Brise blieb aus, der Vento war mehr ein laues Lüftchen. Einzig der 2,8 VR6-Motor mit 174 PS Leistung dürfte in der Oldtimer-Szene Anklang finden.

(L'essentiel/Isabelle Riederer / A&W Verlag)

Deine Meinung