#Carbonaragate – Diese Carbonara bringt Italien zum Kochen

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#CarbonaragateDiese Carbonara bringt Italien zum Kochen

Ein französisches Rezept für Spaghetti alla carbonara sorgt in Italien für Brechreiz: Pasta-Marktführer Barilla entschuldigte sich sogar für das «abscheuliche» Kochvideo.

Die französische Infotainment-Seite Demotivateur hat es doch nur gut gemeint: Den hungrigen Digital Natives in einem Video zeigen, wie man sich ganz fix eine Pasta alla carbonara zaubert. Mit Farfalle von Barilla, Italiens Weltmarktführer für Pasta. Doch das harmlose Kochvideo wuchs sich auf den sozialen Medien schnell zum Carbonaragate aus: Für die meisten Italiener ist das Geköchel schlichtweg ein Desaster. Und dass alles in einer Pfanne gebrutzelt wird, ist nur ein Detail, das wahren Pasta-Anhängern den Bissen gar nicht erst in den Mund nehmen lässt.

«Carbonara alla francese? Das Video eines Albtraums», schrieb ilgiornale.it. Und die Kochredaktion der Tageszeitung Il Corriere zerlegte die kulinarische Höllenfahrt in ihre Bestandteile: Der Kochvorgang enthält «eine Serie eklatanter Fehler», urteilte man in der Onlineausgabe. Es fängt schon damit an, dass es im Originalrezept Spaghetti sind und keine Farfalle. Zudem gehören Sahne und Zwiebeln nicht dazu. Doch damit ist die Horror-Show für italienische Gourmets noch längst nicht zu Ende: Das Gelbe vom Ei einfach roh reinmatschen, durchwachsenen Speck und Pecorino glatt durch Pancetta und Parmesan ersetzen? Noch dazu wird der Speck gekocht statt gebraten: Dante hätte sich eine solche Pastahölle nicht schlimmer ausmalen können.

Barilla entschuldigt sich

«Tödlich», bilanziert die Il Corriere-Kochredaktion. Von «Wie abscheulich!» über «eine regelrechte Beleidigung der italienischen Küche, und bitte nennt es nicht Carbonara»: Die Reaktionen der Facebook-Nutzer des Ernährungsportals «Sai cosa mangi?» waren derart verheerend, dass sich die Pasta-Marke flugs distanzierte. «Mon dieu! Wir stehen vielen Carbonara-Varianten offen gegenüber, aber diese geht entschieden darüber hinaus... désolé», schrieb Barilla unter das Video. Die beliebte italienische Pastamarke entschuldigte sich für seinen französischen Verlagspartner Demotivateur und postete das wahre Carbonara-Rezept.

Ende gut, alles gut? Nicht ganz, kaum hatte sich Italien von dem Angriff aus Frankreich erholt, legte sich die nächste Nation mit der Kochkunst des Stiefels an: Diesmal war es die Zeitschrift Country Living aus den USA und entweiht wurden die beliebten Spaghetti alla marinara – als «One-Pot Spaghetti Marinara». Carbonaragate, die Zweite.

(sop/L'essentiel)

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