Nummer 55 folgt am Sonntag – Diese drei Freunde waren bei allen Superbowls
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Nummer 55 folgt am SonntagDiese drei Freunde waren bei allen Superbowls

Drei Männer – alle bereits um die 80 – waren schon beim ersten Endspiel der Football-Liga NFL 1967 im Stadion – und in jedem Jahr seither.

Am Sonntag ist Superbowl (in der Nacht auf Montag ab 00.30 Uhr) in den USA, doch die Ränge im Raymond James Stadium in Tampa im US-Staat Florida werden beim Endspiel der Football-Liga NFL coronabedingt nur zu einem Drittel gefüllt sein. Unter den rund 22.000 Zuschauern werden aber auch diesmal drei Hardcore-Fans sein, die seit dem ersten Finalspiel 1967 jedes Jahr in der Arena waren: Don Crisman, Tom Henschel und Gregory Eaton.

Mit 79 bis 84 Jahren gehören die drei der Risikogruppe älterer Menschen an, die besonders häufig schwer an Covid-19 erkranken. Insofern wollen sie sich nicht blind ins Abenteuer stürzen, aber dabei sein wollen sie auf jeden Fall, wie sie der Nachrichtenagentur AP versicherten. Die Tickets sind gekauft.

Die Zahl derer, die von sich behaupten können, jeden Superbowl im Stadion erlebt zu haben, wird Jahr für Jahr kleiner. Normalerweise nutzen die drei Männer das Sport-Großereignis, um sich gegenseitig zu erzählen, wie ihr Jahr gelaufen ist, und natürlich, um über Football zu fachsimpeln. In diesem Jahr ist alles anders. Sie wollen sich im Freien zum Mittagessen treffen, mit ausreichend Abstand. Im Stadion werden sie ebenfalls mehrere Reihen trennen.

«Natürlich bin ich besorgt»

«Natürlich bin ich besorgt. Wer wäre das nicht? Mein Arzt ist besorgt. Er hat gesagt, ich soll nicht fahren», sagte der 84-jährige Crisman, der aus Maine an der US-Ostküste nach Florida anreisen muss. Er war seit der Rückkehr vom letzten Finale nicht mehr in einem Flugzeug. Diesmal bringt er seine Tochter zum Spiel mit, die als Medizintechnikerin in einer Corona-Impfklinik arbeitet.

Wichtiger als der Ausgang des Spiels zwischen den Kansas City Chiefs und den Tampa Bay Buccaneers ist für alle drei jedenfalls, dass sie gesund wieder nach Hause kommen. Crisman und Eaton haben beide bereits die erste Corona-Teilimpfung bekommen, Henschel noch nicht.

Er selbst hätte die Tradition in diesem Jahr auch beendet, sagte Crisman, aber sein Freund Tom Henschel habe ihn überzeugt, doch zu fahren. Die beiden trafen sich erstmals beim Superbowl im Jahr 1983 und fanden dort heraus, dass sie beide bisher kein Endspiel verpasst hatten. Eaton trafen sie erst vor einigen Jahren. Viele andere aus ihrem elitären Club der Football-Fans sind in den vergangenen Jahren gestorben.

Eaton sagte, in den 54 Jahren, seit er zum Finale ins Stadion komme, habe sich viel verändert. Beim ersten Endspiel sei er noch in einem Hotel abgewiesen worden, weil er schwarz ist. Mittlerweile freue er sich vor allem darauf, seine beiden Freunde zu sehen. In den fünf Jahren, die er die beiden kenne, seien sie eine richtig verschworene Gemeinde geworden, sagte er. «Wir sind wie eine Bruderschaft.»

(L'essentiel/dpa/hua)

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