Luxemburg – Diese Filialen des Landes macht die Post dicht

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LuxemburgDiese Filialen des Landes macht die Post dicht

LUXEMBURG – Jetzt ist es fix. Die Luxemburger Post-Gruppe schließt 35 ihrer 97 Filialen im Großherzogtum. Grund sind Sparmaßnahmen und das geänderte Kundenverhalten.

Die Post Luxemburg schließt im kommenden Frühjahr nach und nach 35 ihrer 97 Filialen und über 20 Post-Shops. Das entschied der Verwaltungsrat am Mittwoch. In einer Pressekonferenz veröffentlichte das Unternehmen am Donnerstagmorgen eine Liste der betroffenen Standorte:

Arsdorf
Aspelt
Befort
Berdorf
Bettendorf
Bissen
Canach
Consdorf
Dalheim
Dippach
Eischen
Eschdorf
Esch an der Sauer
Garnich
Grosbous
Harlingen
Kleinbettingen
Koerich
Kopstal
Lintgen
Luxemburg-Kirchberg
Luxemburg-Monnet
Niederfeulen
Oetringen
Perlé
Remerschen
Roeser
Roodt-Syr
Rosport
Steinsel
Simmern
Tetingen
Useldingen
Wecker
Wilwerwiltz

«Einige der betroffenen Fillialen stehen den Kunden aufgrund ihrer Lage und der Öffnungszeiten nur partiell zur Verfügung. Außerdem erfüllen sie nicht mehr die veränderten Anfordrungen der Kunden», hieß zur Erklärung. Durch die Gesetzesänderung im Jahr 2012 fungiere die Post nicht mehr als Universaldienstleister, zudem hätten wirtschaftliche Überlegungen zu der Entscheidung geführt, detaillierte Generaldirektor Claude Strasser. Die davon betroffenen 20 Mitarbeiter würden auf andere Fillialen verteilt, «um den Service zu verbessern.»

Die 35 Fillialen, die nun geschlossen werden, seien im Schnitt weniger als vier Stunden täglich geöffnet. Somit fielen pro Tag nur 276 der landesweit insgesamt 3857 Öffnungsstunden weg. Außerdem würden in den auf der Liste stehenden Zweigstellen nur fünf Prozent der Geschäfte abgewickelt. 80 Prozent fielen auf die 45 größten Fillialen. Ein weiterer Grund für die Entscheidung sei eine Umfrage von TNS Ilres vom Mai vergangenen Jahres gewesen. Demnach sind 85 Prozent der Kunden längere Öffnungszeiten wichtiger als ein kurzer Weg zur nächsten Filliale.

Das künftige Vertriebsnetz beruhe auf vier Stützen, erklärte Strasser. Die erste Stütze sieht die Entwicklung der «Espaces Post» vor – eines Konzeptes, das Dienste für Finanzen, Briefe und Telekommunikation verbindet. Die «Espaces Post» sollen in den kommenden Jahren nach und nach zum Einsatz kommen. Die Post plant zudem, die Partnerschaften mit Cactus und Cactus Shoppi weiter auszubauen: In den Supermärkten sollen in den kommenden Monaten weitere «Points Post» entstehen. In diesem Sinne versteht sich auch die Partnerschaft mit der Raiffeisenbank zur Verwaltung von CCP-Konten. Auch Tankstellen und Geschäfte können das neue Netz, das mehr und mehr auf Auslagerung setzt, verstärken.

Selbstbedienung der Kunden ist eine weitere Stütze für die luxemburgische Post: Zwischen 30 und 33 weitere Packstationen sollen bis zum Jahr 2016 aufgebaut sein, derzeit gibt es 32 im Land. Außerdem sind mehr Briefmarkenautomanten und mehr Dienste im Internet vorgesehen. «Der Verkauf über das Internet ist sehr wichtig, vor allem für diejenigen, die nicht in ein Büro oder einen 'Points Post' kommen können», betont Strasser. Der Generaldirektor ruft zudem in Erinnerung, dass Briefträger auch immer mehr Dienste an der Haustür anbieten.

(mv/pw/L'essentiel)

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