Anonym im Netz: Diese IT-Firma wächst seit dem Krieg über 1000 Prozent in Russland
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Anonym im NetzDiese IT-Firma wächst seit dem Krieg über 1000 Prozent in Russland

Die Tech-Firma Proton legt derzeit besonders stark zu. Mit ihrem VPN-Dienst fürs verschlüsselte Surfen will sie den Russinnen und Russen Zugang fürs freie Internet bieten.

von
Patrick Lempges
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Proton-Gründer und -CEO Andy Yen verweist auf ein starkes Wachstum in Russland seit Kriegsbeginn.

Proton-Gründer und -CEO Andy Yen verweist auf ein starkes Wachstum in Russland seit Kriegsbeginn.

TDG
Mit einem Dienst für anonymes Surfen im Netz zählt seine Firma in Russland seit Kriegsbeginn 1000 Prozent mehr Nutzerinnen und Nutzer.

Mit einem Dienst für anonymes Surfen im Netz zählt seine Firma in Russland seit Kriegsbeginn 1000 Prozent mehr Nutzerinnen und Nutzer.

Proton
Viele Russinnen und Russen würden sich nicht mit der staatlichen Propaganda zufriedengeben, sagt Yen.

Viele Russinnen und Russen würden sich nicht mit der staatlichen Propaganda zufriedengeben, sagt Yen.

REUTERS

Seit dem Ukraine-Krieg haben sich zahlreiche westliche Firmen aus Russland zurückgezogen. Die Genfer Techfirma Proton aber legt seither stark zu in dem Land. Im Vergleich zu vor dem Krieg gab es 1000 Prozent mehr Anmeldungen, wie CEO und Gründer Andy Yen (33) im Interview mit der «SonntagsZeitung» sagt.

Das Wachstum gelang mit dem VPN-Service von Proton, mit dem sich anonym im Internet surfen lässt. Viele Russinnen und Russen würden sich nicht mit der staatlichen Propaganda zufriedengeben und wollten aus ausländischen Nachrichtenquellen wissen, was in der Ukraine passiert, sagt Yen. Dafür nutzen sie VPN-Dienste wie den von Proton.

Keine Nutzerdaten an den Kreml geliefert

Yen erklärt die Geschäftstätigkeit in Russland trotz des Kriegs damit, dass seine Firma das freie Internet verteidigen wolle. Proton setze sich dafür ein, den freien Informationsfluss in Russland so lange wie möglich zu gewährleisten.

Der Mail-Dienst von Proton ist in Russland seit 2020 blockiert, der VPN-Dienst aber nicht. Ob es Druck von der russischen Regierung zur Herausgabe von Nutzerdaten gegeben habe, wollte er nicht sagen. Er versichert aber, dass Proton keine Nutzerdaten an den Kreml geliefert habe. 

Wenn jemand aber die Dienste von Proton für illegale Aktivitäten nutze, arbeite die Firma mit den jeweiligen Strafverfolgungsbehörden zusammen. So habe Proton Behörden weltweit allein im vergangenen Jahr in rund 3000 Fällen Angaben über Nutzer geliefert.

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