Immunoglobuline im Blut – Diese Personen sind anfälliger für Long Covid
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Immunoglobuline im BlutDiese Personen sind anfälliger für Long Covid

Bei Menschen, die nach der Infektion an Long Covid leiden, treten niedrige Werte bestimmter Antikörper auf. Durch diese Erkenntnis könne man die Krankheit leichter behandeln.

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Bluttests an Corona-Erkrankten zeigten, dass diejenigen, die Long Covid entwickelten, tendenziell niedrige Werte der Antikörper Immunoglobuline M und Immunoglobuline G3 aufwiesen.

Bluttests an Corona-Erkrankten zeigten, dass diejenigen, die Long Covid entwickelten, tendenziell niedrige Werte der Antikörper Immunoglobuline M und Immunoglobuline G3 aufwiesen.

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In Verbindung mit dem Alter des Erkrankten, der Schwere der Erkrankung und der Frage, ob die Person an allergischem Asthma leidet, konnten die Forschenden anhand der Antikörpersignatur vorhersagen, ob die Betroffenen ein mässiges, hohes oder sehr hohes Risiko für die Entwicklung von Long Covid hatten.

In Verbindung mit dem Alter des Erkrankten, der Schwere der Erkrankung und der Frage, ob die Person an allergischem Asthma leidet, konnten die Forschenden anhand der Antikörpersignatur vorhersagen, ob die Betroffenen ein mässiges, hohes oder sehr hohes Risiko für die Entwicklung von Long Covid hatten.

20min/Marvin Ancian
Eine gezielte Behandlung mit Immunoglobuline könne gegen Long Covid schützen, sagt Immunologe Onur Boyman von der Uni Zürich zum SRF.

Eine gezielte Behandlung mit Immunoglobuline könne gegen Long Covid schützen, sagt Immunologe Onur Boyman von der Uni Zürich zum SRF.

20min/Marvin Ancian

Könnten Ärzte und Ärztinnen bald Long Covid durch die Gabe bestimmter Immunoglobuline oder immunmodulierender Medikamente vorbeugen? Eine Studie der Universität und der Universitätsklinik Zürich zeigt, dass Long-Covid-Patienten und -Patientinnen tiefere Konzentrationen der Immunoglobuline G3 (IgG3) aufwiesen. Zusammen mit der Immunoglobuline M (IgM) seien sie wichtige Antikörper, die besonders zu Beginn einer viralen Infektion eine wichtige Rolle spielen.

Wie das SRF berichtet, habe das Team um Immunologe Onur Boyman eine «Antikörpersignatur» entdeckt, mit deren Hilfe die Patienten mit dem höchsten Risiko für eine Long Covid-Krankheit identifiziert werden können.Dafür analysierte Boyman und sein Team die Krankheitsgeschichte von 175 Personen, die in der ersten Welle positiv auf das Coronavirus getestet wurden. 40 Personen ohne nachweisbaren Kontakt mit Sars-CoV-2 dienten als Kontrollgruppe. Bei Patienten und Patientinnen mit leichtem Krankheitsverlauf meldeten 54 Prozent noch Symptome nach vier Wochen. Bei schwer Erkrankten waren es 82 Prozent.

Covid-Patienten mit Immunoglobuline behandeln

In Verbindung mit dem Alter des Erkrankten, der Schwere der Erkrankung und der Frage, ob die Person an allergischem Asthma leidet, konnten die Forschenden anhand der Antikörpersignatur vorhersagen, ob die Betroffenen ein mäßiges, hohes oder sehr hohes Risiko für die Entwicklung von Long Covid hatten. Denn ein niedriger Spiegel der Immunoglobuline G3 und der Immunoglobuline M zeigten einen Einfluss auf das erhöhte Risiko, an Langzeitfolgen zu leiden.

Eine gezielte Behandlung mit Immunoglobuline könne gegen Long Covid schützen, sagt Onur Boyman zum SRF. Der beste Schutz dagegen sei allerdings ganz klar die Impfung, so der Immunologe. Damit ließe sich das Risiko einer raschen Virusvermehrung und folglich einer fehlgeleiteten Immunreaktion bei Kontakt mit dem Virus vermindern.

Dennoch: Die Möglichkeit, Corona-Erkrankte nach deren Risiko-Scores zu testen, sein ein großer Vorteil, ist Boyman der Meinung. Denn die für das Modell benötigten Immunoglobulin-Spiegel ließen sich billig und einfach bestimmen.

(L'essentiel/Karin Leuthold)

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