Neuer Mini – Diese Rennmaus ist nichts für Schwächlinge
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Neuer MiniDiese Rennmaus ist nichts für Schwächlinge

Mit dem John Cooper Works GP stellt Mini den bisher stärksten und schnellsten Dreitürer der Marke auf die Räder.

Den Fahrzeugen der Marke Mini wird gerne das Attribut «Go-Kart-Feeling» angeheftet. Natürlich fährt sich kein Auto wie ein Go-Kart, auch nicht die zur BMW-Group gehörenden Briten. Wer aber diesem Fahrgefühl nahe kommen will, sollte sich den auf 3000 Stück limitierten Mini John Cooper Works GP anschauen: tiefer gelegt, bretthart abgestimmt und nur mit zwei Sitzen ausgestattet, ist er das sportlichste Serienmodell, das Mini je auf die Straße gebracht hat. 18-Zoll-Schmiederäder mit High-Performance-Reifen, Sportbremsanlage und jede Menge Flügel sorgen für ein entsprechend sportliches Fahrgefühl. Aber: Der Komfort bleibt größtenteils auf der Strecke.

Angetrieben wird der JCW GP vom großartigen 2-Liter-Twinturbobenziner aus dem BMW M140i mit 306 PS und 450 Nm Drehmoment. Mini spricht vom «mit Abstand kraftvollsten jemals in einem Kleinwagen der Marke eingesetzten Motor», doch das bezieht sich nur auf den dreitürigen Mini: In den größeren Brüdern Clubman JCW All4 und Countryman JCW All4 wird das gleiche Aggregat schon länger verbaut – und dank Allradantrieb beschleunigen diese schwereren Modelle erst noch schneller als der frontgetriebene GP.

Kein komfortables Alltagsauto

Und wieso fühlt sich der GP trotzdem so sportlich an? Dafür gibt's mehrere Erklärungen: Die Karosserie kauert zehn Millimeter tiefer als der Mini JCW auf der Straße, die Karosserie wurde versteift, der Motorsound ist aggressiver. Die Acht-Stufen-Automatik schaltet flott, eine Sperre verteilt die Kraft zwischen den antreibenden Vorderräder für eine möglichst optimale Traktion. Die Radlaufblenden aus Carbon und der große und der zweigeteilte Heckflügel haben zwar in erster Linie eine optische Funktion, doch für ein wenig mehr Abtrieb sind sie auch zuständig. Außerdem gibt es einen GP-Mode, der der Traktionskontrolle und dem ESP mehr Spielraum gewährt und den Mini noch sportlicher trimmt.

Ist der JCW GP also das Mini-Modell, das man kaufen sollte? Wer damit nicht regelmäßig auf die Rennstrecke geht und es im Alltag gerne komfortabel hat, kann sich das Geld getrost sparen. Denn eine andere Neuheit stahl auf dem Handling-Kurs des TCS-Fahrzentrums in Hinwil dem GP die Show: Der neue Mini Clubman JCW All4 «GP inspired», der mit gleichem Motor ebenfalls 306 PS leistet und den Sprint von 0 auf 100 km/h dank Allradantrieb in 4,9 statt in 5,2 Sekunden schafft, stach mit einer wunderbaren Balance und einem großartigen Handling hervor. Leider ist dieses Modell noch teurer: Der ohnehin schon teure JCW GP ist ab 52.900 Euro zu haben, für den Clubman All4 «GP inspired» muss man mindestens 66.300 Euro hinblättern.

(L'essentiel/Dave Schneider)

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