Turkmenistan – Diktator will «Tor zur Hölle» versiegeln lassen

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TurkmenistanDiktator will «Tor zur Hölle» versiegeln lassen

Mitten im Wüstenstaat Turkmenistan brennt seit Jahrzehnten Gas ab, das aus dem Boden entweicht. Nun will der turkmenische Staatschef das Loch endgültig versiegeln.

Wer das «Tor zur Hölle», wie der scheinbar ewig brennende Krater in der Wüste von Turkmenistan genannt wird, noch mit eigenen Augen bestaunen will, muss sich sputen. Wenn es nämlich nach Gurbanguly Berdimuhamedow geht, ist vom Spektakel, das sogar aus dem Weltraum beobachtbar ist, bald nicht mehr viel übrig. Der 64-jährige Präsident des ehemaligen Sowjet-Staates möchte das Loch nämlich verschließen und das Gas, das die Flammen verursacht, lieber verkaufen, wie die «Bild» schreibt.

Gas soll verkauft werden

«Wir verlieren wertvolle natürliche Ressourcen, mit denen wir bedeutende Gewinne machen könnten», sagte der Diktator im turkmenischen Staatsfernsehen. Zurzeit verdient der Wüstenstaat vor allem mit dem Export von Öl und Melonen Geld. Die Frage, wie man das seit 50 Jahren brennende Gasloch tatsächlich löschen will, überlässt Berdimuhamedow lieber Beamten.

Es ist nämlich nicht der erste Versuch, das «Tor zur Hölle» zu verschließen. 2010 startete der Diktator ein ähnliches Unterfangen, das allerdings keine Früchte trug. Zum Glück, denn so konnte der turkmenische Präsident den flammenden Krater für eine ganz spezielle Inszenierung nutzen. Als 2018 Gerüchte aufkamen, dass Berdimuhamedow verstorben sei, düste der damals 60-Jährige angeblich in einem Rally-Auto um das flammenzüngelnde Erdloch.

Doch nun soll Schluss sein mit dem Krater, der als eines der wenigen Sehenswürdigkeiten Turkmenistans gilt. Zur Entstehung des Lochs gibt es zwei populäre Theorien: Die erste vermutet, dass das Loch 1971 bei einem Bohrunfall entstand, bei dem die Wissenschaftler den Krater aus Angst vor giftigen Gasen in Brand gesetzt haben sollen. Andere gehen davon aus, dass das Loch schon seit den 1960ern existiert und erst etwa 20 Jahre später entzündet wurde.

(L'essentiel/Benedikt Hollenstein)

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