Gerichtsurteil – Dippacher Unfallfahrer kriegt Geldstrafe statt Haft

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GerichtsurteilDippacher Unfallfahrer kriegt Geldstrafe statt Haft

LUXEMBURG – Am 29. September 2015 kam es bei Dippach zu einem schrecklichen Unfall. Der von einem Auto erfasste Fußgänger war sofort Tod. Jetzt stand der Fahrer vor Gericht.

Editpress/Editpress/Jean-Claude Ernst

Drei Monate Haft auf Bewährung, eine Geldstrafe und ein Fahrverbot von drei Jahren – das forderte die Staatsanwaltschaft für einen jungen Autofahrer, der einen Fußgänger im September des vergangenen Jahres tödlich verletzte. Der Unfall hatte sich am 29. September um 20.30 Uhr auf der N5, etwa einen Kilometer vor der Ortschaft Dippach, ereignet. Die Justiz bestätigte gegenüber von L'Essentiel, dass der Unfallfahrer nun vor dem Gericht in Luxemburg Stadt freigesprochen wurde und nur eine Geldstrafe von 150 Euro zahlen muss.

Nach einem Bericht von RTL waren für das Urteil wohl zwei Zeugenaussagen ausschlaggebend. Ein Mann, der den Fußgänger selber fast überfahren hatte, sagte aus, er habe den Eindruck gehabt, dass Opfer hätte sich umbringen wollen. Dem Unfall sei er nur entgangen, weil sein Auto bei Hindernissen von selbst abbremst und er noch rechtzeitig ausweichen konnte. Eine Frau berichtete die Lage ähnlich: Sie habe das Opfer, welches ganz in Schwarz gekleidet gewesen sei, plötzlich mitten auf der Straße gesehen und eine Vollbremsung gemacht. Dann habe der Mann neben ihrer Autotür gestanden, ehe er weiterging.

Die Staatsanwaltschaft sah die Verantwortung für den Unfall beim Fahrer. Er hätte die Scheinwerfer eingeschaltet haben müssen, dann hätte er das Opfer rechtzeitig gesehen und einen Unfall vermeiden können. Der Angeklagte verteidigte sich: Er habe die Scheinwerfer nicht eingeschaltet, da er auf dieser Strecke nicht mit Fußgängern auf der Fahrbahn rechnete. Zudem sei er nicht zu schnell gefahren, sondern mit den erlaubten 90 Stundenkilometern. Ein Experte konnte diese Aussage nicht eindeutig widerlegen. Die Wucht des Aufpralls hatte das Opfer durch die Windschutzscheibe auf den Beifahrersitz befördert. Laut damaligen Polizeiangaben waren Körperteile in einem Umkreis von 300 Metern verteilt worden. Die Identität des Opfers konnte erst spät geklärt werden.

(joe/l'essentiel)

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