Abschied – Discovery startet zur letzten Reise

Publiziert

AbschiedDiscovery startet zur letzten Reise

Seit 1984 ist die Discovery 38-mal ins All geflogen, am Donnerstag steht der letzte Start des dienstältesten Space Shuttle auf dem Programm – mit vier Monaten Verspätung.

Die US-Raumfähre Discovery scheint ihren Abschied von der Raumfahrt so lange wie möglich herauszögern zu wollen. Denn eigentlich war die Mission STS-133 für Ende Oktober vorgesehen. Doch der Flug musste mehrfach verschoben werden, weil die Nasa-Ingenieure immer wieder auf technische Probleme stießen. Mal war es ein Leck in den Leitungen des Steuersystems, dann ein elektronischer Defekt im Hauptcomputer. Zuletzt bereiteten zahlreiche Risse am Außentank den Technikern heftige Kopfschmerzen.

Doch nun soll es endgültig so weit sein. Nach ausgiebigen Tests und stundenlangen Beratungen haben die NASA-Verantwortlichen vergangenen Freitag den Abflug der Discovery in Florida auf den kommenden Donnerstag um 22.50 Uhr MEZ festgelegt. Sogar das Wetter am Weltraumbahnhof Cape Canaveral soll mitspielen, teilte die NASA am Montag mit. Ebenfalls am Montag, 72 Stunden vor dem Start, begann der Countdown im Kontrollzentrum in Florida.

«Robonaut» an Bord

Die letzte Reise der Discovery mit sechs Astronauten an Bord soll elf Tage dauern. Ziel ist es unter anderem, wichtige Anbaumodule zur Internationalen Raumstation ISS zu schaffen.

Zudem nimmt der Orbiter erstmals einen menschenähnlichen Roboter mit ins Weltall. Experimente mit dem «Robonaut 2» (R2) sollen zeigen, wie Roboter in der Schwerelosigkeit zurechtkommen – und ob sie den Astronauten einmal bei komplizierten Arbeiten zur Hand gehen könnten.

Atlantis und Endeavor dürfen noch einmal

Am Tag des Starts soll der europäische Raumtransporter «Johannes Kepler» an der ISS festmachen. Zwischenzeitlich hatte die Nasa erwogen, den Discovery-Abflug wegen eines möglichen «Staus im Weltall» um einen Tag auf den 25. Februar zu verschieben. Das sei aber nicht nötig, da der Shuttle-Start erst sechs Stunden nach dem Andocken von «Johannes Kepler» erfolge.

Nach ihrer Rückkehr vom Flug zur Internationalen Raumstation ISS soll die Raumfähre im Smithsonian Institution's National Air and Space Museum nahe Washington D.C. ausgestellt werden. Nach der Discovery sollen die verbleibenden Shuttles Atlantis und Endeavour noch je einmal ins All fliegen.

jcg/L'essentiel Online/sda/dapd

Deine Meinung