Historische Partie: Djokovic ist sauer, Nadal ist sauer – aber die Fans liebten den epischen Kampf
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Historische PartieDjokovic ist sauer, Nadal ist sauer – aber die Fans liebten den epischen Kampf

Novak Djokovic und Rafael Nadal schenkten sich bei den French Open nichts. Das lieben die Zuschauenden über alles.

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Novak Djokovic verlor im French-Open-Viertelfinal gegen Rafael Nadal und war danach ziemlich angefressen.

Novak Djokovic verlor im French-Open-Viertelfinal gegen Rafael Nadal und war danach ziemlich angefressen.

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Er gratulierte seinem Antipoden und schmälerte dessen Leistung keineswegs.

Er gratulierte seinem Antipoden und schmälerte dessen Leistung keineswegs.

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Nadal war im Achtelfinal gegen den Kanadier Félix Auger-Aliassime angeschlagen und setzte sich nur knapp in fünf Sätzen durch.

Nadal war im Achtelfinal gegen den Kanadier Félix Auger-Aliassime angeschlagen und setzte sich nur knapp in fünf Sätzen durch.

AFP

Es war das 59. Duell zwischen Rafael Nadal und Novak Djokovic – und es enttäuschte keinen neutralen Tennis-Fan. Das Match dauerte über vier Stunden, die beiden schenkten sich nichts, Aufschlagspiele erstreckten sich über 15 Minuten, spektakuläre Ballwechsel gab es zuhauf. Der Mallorquiner stellte nach dem epischen Kampf auf 29:30 im direkten Duell und steht im Halbfinale. «Das ist einer der größten Siege in meiner Karriere», sagte der 35-Jährige im Post-Match-Interview. Der Weltranglistenerste lobte seinen Gegner: «Nadal hat gezeigt, warum er der Champion ist, der er ist. Er hat den Sieg verdient, keine Frage.»

Aber der Djoker konnte seinen Frust nicht verbergen. Da war Nadal zwei Tage zuvor gegen den Kanadier Félix Auger-Aliassime angeschlagen, kurz vor dem Ausscheiden gestanden, hatte nur knapp in fünf Sätzen gewonnen – und gegen den 35-jährigen Serben packte der Spanier eine Leistung der Sonderklasse aus. Djokovic sagte dazu: «Ich bin überhaupt nicht überrascht. Es ist nicht das erste Mal, dass er es schafft, wenige Tage nach einer Verletzung zurückzukommen und 100 Prozent abzurufen.»

Wütend über die Abendspiele

Sauer waren beide Spieler auf den Veranstalter. Denn dieser hatte das Spiel für die Night Session angesetzt, Spielbeginn war kurz vor 21 Uhr. «Ich finde, sie fangen zu spät an», sagte Djokovic, nachdem die Partie gegen 1.15 Uhr morgens zu Ende gegangen war. «Aber die Fernsehsender entscheiden, wann gespielt wird. Sie geben das Geld, sie bestimmen, wer in der Night Session spielt, das ist die Welt, in der wir leben», sagte der Serbe.

Nadal stimmte seinem Kontrahenten zu. «Es ist ohne Frage zu spät», sagte der 21-fache Grand-Slam-Sieger. Er könne sich nicht beschweren, weil er erst am Freitag wieder spiele. «Aber wenn man nur einen Tag frei hat oder es so läuft wie bei Alexander Zverev in Madrid, der am nächsten Tag dann den Final spielen musste, dann ist es ein großes Problem», so der Spanier.

Auch Stan Wawrinkas Coach Daniel Vallverdu findet die Spielansetzung einen Witz, «die Zuschauer frieren auf der Tribüne», schrieb er auf Twitter. Er fordert, solche Night Sessions sollten spätestens um 19.30 Uhr angesetzt – oder ganz weggelassen werden.

Nadals Zukunft steht auf wackligem Fuß

Noch am Dienstag vor dem Duell mit Djokovic hatte Nadal mit einem Statement zu einem möglichen baldigen Karriereende aufhorchen lassen. Am Mittwoch fügte er an: «Ich spiele dieses Turnier, weil wir die Dinge hinbekommen, dass ich bereit bin, das Turnier zu spielen. Aber ich weiß nicht, was danach passiert.» Der Rekord-Grand-Slam-Sieger spielt schon seit längerem mit einer chronischen Fußverletzung, dem sogenannten Müller-Weiß-Syndrom. Noch vor drei Wochen hatte Nadal beim Turnier in Rom am Ende eines Matches kaum noch laufen können. «Dass ich hier einen Doktor dabei habe, hilft sehr», sagte Nadal. «Aber die vergangenen drei Monate waren nicht einfach, deshalb war ich heute nach dem Spiel sehr emotional», räumte der 13-malige Paris-Champion ein.

Nadals voller Fokus liegt nun auf dem Halbfinale gegen Alexander Zverev am Freitag und einem eventuellen Endspiel am Sonntag. Danach müsse man sehen, wie es weitergeht. «Ich habe, was ich habe, an meinem Fuß. Wenn wir also nicht in der Lage sind, eine Verbesserung oder eine kleine Lösung dafür zu finden, dann wird es superschwer für mich», sagte Nadal. «Natürlich werde ich weiter kämpfen, eine Lösung dafür zu finden, aber bislang haben wir keine gefunden.»

(hua/dpa)

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