Peru – Dorf verbrennt «Hexe» bei lebendigem Leib

Publiziert

PeruDorf verbrennt «Hexe» bei lebendigem Leib

In einem Indianerdorf in Peru haben die Bewohner eine 73-jährige Frau der Hexerei beschuldigt. Nach einem kurzen Prozess übergossen sie sie mit Benzin und zündeten sie an.

Rund 40 Bewohner eines Dorfes in Peru haben eine 73 Jahre alte Frau lebendig verbrannt – unter dem Vorwurf der Hexerei. Die Mitglieder der schwer zugänglichen Indio-Gemeinde Shiringamazu Alto hätten beschlossen, Rosa Villar Jarionca hinzurichten, weil sie bei Mitmenschen durch Zauberei starke Koliken hervorgerufen habe, berichtet die Zeitung «El Nuevo Día».

Im Handy-Video eines Zeugen, das die Staatsanwaltschaft von Puerto Bermúdez in der Provinz Oxapampa untersucht, soll zu sehen sein, wie die Frau an einen Pfahl auf einem Scheiterhaufen gefesselt und mit Benzin übergossen wird. Ein Mann wirft mehrere angezündete Streichhölzer ins Holz, dann wird der Körper der Frau von einer riesigen Flamme erfasst.

Feuer brannte drei Tage lang

Der Vorfall habe sich bereits Anfang vergangener Woche ereignet, bestätigt Staatsanwalt Hugo Mauricio. Die Behörden hätten aber erst jetzt davon erfahren, da es in der Indio-Gemeinde keine Telefonleitung gebe und sie nur über eine zehn Stunden lange Wanderung auf unwegsamen Routen durch das Amazonas-Gebiet erreichbar sei, wie «El Nuevo Dia» schreibt.

«Wir haben einige verkohlte Knochenteile gefunden», sagt Staatsanwalt Mauricio weiter. Um jedoch so viele Spuren wie möglich zu zerstören, ließen die Dorfbewohner das Feuer drei Tage lange brennen.

Laut ersten Ermittlungen haben die meisten Menschen in einer Dorfversammlung für die Verbrennung der «Hexe» gestimmt. Den Entscheid trugen sie sogar ins Dorfbuch ein.

(L'essentiel/kle)

Deine Meinung