Unfreiwillige WG – Dort leben Krabbeltiere bei dir zu Hause

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Unfreiwillige WGDort leben Krabbeltiere bei dir zu Hause

Forscher haben herausgefunden, dass rund hundert verschiedene Gliedertierarten in einem Haus wohnen – und man kaum etwas dagegen tun kann.

Pixabay/Bergadder

Was krabbelt denn da? US-Forscher wollten es genau wissen und untersuchten für eine Studie 50 Häuser mit insgesamt 554 Räumen. Alle aufgespürten Gliederfüßler (Arthropoden) – egal, ob lebend oder tot – wurden erfasst.

Getier im Keller

Dazu gehören unter anderem Insekten, Tausendfüßler sowie Krebs- und Spinnentiere. Im Durchschnitt fanden die Forscher rund hundert klar unterscheidbare Arten in den einzelnen Häusern. Und die fühlen sich an unterschiedlichen Orten besonders wohl.

Am beliebtesten ist das Untergeschoss. Spinnen, Milben und Asseln halten sich gern im Keller auf. Aber leider gibt es für Spinnenphobiker keine Entwarnung. Sogar die sogenannte Kellerspinne, man nennt sie auch Haus- oder Winkelspinne, trafen die Forscher auch in anderen Räumen an – immerhin nicht allzu häufig in Schlafzimmern.

Teppiche und Abwasser

Ameisen und Kakerlaken bevorzugen die Küche. Aber auch sie halten sich gern in der übrigen Wohnung auf. So zum Beispiel im Wohnzimmer. Laut den Wissenschaftlern mögen viele Insekten Teppiche.

Ganz anders die Schmetterlingsmücken: Sie sind gern da, wo es Abwässer gibt, also im Bad oder in der Küche, weil ihren Larven der gallertartige Film aus organischem Material, der sich in Siphons von Waschbecken oder Abwasserrohren bildet, schmeckt.

Putzen hilft nicht

Wer seine vier Wände nicht teilen mag mit Krabbeltieren, fragt sich natürlich, ob seine Lebensgewohnheiten einen Einfluss haben. Aber weder Haustiere wie Hunde oder Katzen noch Zimmerpflanzen beeinflussten die Vielfalt und Zusammensetzung der Insektengemeinschaft.

Und auch vermehrtes Putzen nützt nichts gegen das Ungeziefer. So war der Artenreichtum in Messi-Haushalten nicht ausgeprägter als in besonders ordentlichen Wohnungen und Häusern.

Fenster zu!

Das Einzige, was vielleicht hilft, ist, Fenster und Türen möglichst geschlossen zu halten. Die Wissenschaftler stellten nämlich fest, dass Menge und Vielfalt des Ungeziefers stark davon abhängen, wie leicht diese von draußen in die Innenräume gelangen können. So ist auch zu erklären: Je höher das Stockwerk ist, desto weniger Tierchen treiben sich dort herum.

Fazit: Spinnen, Milben, Silberfischchen und Co. gehören einfach dazu, und man muss sich wohl oder übel damit abfinden. Denn die meisten Tierchen, die die Forscher fanden, sind keine Schädlinge. Und das ist doch eine gute Nachricht, oder?

(L'essentiel/mst)

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