Rentenreform – Drei Jahre länger arbeiten für die volle Rente

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RentenreformDrei Jahre länger arbeiten für die volle Rente

LUXEMBURG – Wie lässt sich das Rentenproblem lösen? Sozialminister Mars Di Bartolomeo will Senioren die Wahl lassen: länger arbeiten oder weniger Rente.

Wer in Zukunft die gleichen Bezüge will wie heute nach 40 Jahren Arbeit für die Rentenkasse, muss in Zukunft drei jahre länger arbeiten.

Wer in Zukunft die gleichen Bezüge will wie heute nach 40 Jahren Arbeit für die Rentenkasse, muss in Zukunft drei jahre länger arbeiten.

DPA

40 Jahre Arbeiten für die Rentenkasse. Daran soll sich auch in Zukunft nichts ändern. Auch die Beiträge sollen nicht direkt steigen. Sozialminister Mars Di Bartolomeo will die Rentenproblematik mit einem System der Freiwilligkeit angehen. So sieht es das Reformprojekt vor, das der Minister am Donnerstagmorgen auf einer Pressekonferenz vorstellte.

Um die gleiche Rente zu bekommen, die ein Angestellter heute nach 40 Jahren Arbeitszeit bekommt, soll er in Zukunft drei Jahre länger arbeiten. Das neue System soll finanzielle Anreize schaffen, ohne jedoch eine längere Lebensarbeitszeit vorzuschreiben. Verzichtet ein älterere Arbeitnehmer auf die drei zusätzlichen Jahre, gehen ihm etwa 15 Prozent seiner Bezüge verloren, schätzt der Minister.

Renteneintrittsalter derzeit im Durchschnitt bei 58 Jahren

Das Problem ist die steigende Zahl der der älteren Menschen und das steigende Lebensalter. 2050 werden die Menschen in Luxemburg im Schnitt sieben bis acht Jahre älter sein als jetzt. Männer hätten dann eine Lebenserwartung von 84, Frauen von 88 Jahren. Mit dem aktuellen System würde die Rentenkasse in den kommenden 40 Jahren ein Defizit ansammeln, das dem 140-fachen Bruttoinlandsprodukt des Landes entspräche, so die Rechnung des Sozialministers.

Derzeit hören Beschäftigte in Luxemburg jedoch im Schnitt mit 58 Jahren auf zu arbeiten. Wie ist das Problem der Beschäftigung bei den Älteren zu lösen? «Diese Reform kann nur funktionieren, wenn die Unternehmen bereit sind, mitzuspielen und die Senioren bis zur Rente auch wirklich beschäftigen», erklärte Mars Di Bartolomeo.

L'essentiel Online mit Patrick Théry

«Verschlechterung für junge Arbeitnehmer»

Die Gewerkschaft OGBL kritisierte die Vorschläge von Sozialminister Mars Di Bartolomeo: «Angesichts der außergewöhnlich gesunden Finanzsituation des luxemburgischen Rentenwesens und dessen langfristige Absicherung besteht heute kein akuter Handlungsbedarf für Leistungsverschlechterungen», so der OGBL in einer Mitteilung.

Leistungsverschlechterungen drohten besonders jungen Arbeitnehmern. «Je jünger der Lohnempfänger bei Inkrafttreten der geplanten Reform ist, je größer wären seine Einbußen wenn er in Rente geht.»

Die Gewerkschaft weist darauf hin, dass es noch Alternativen gebe, über die mit den Sozialpartnern diskutiert werden solle.

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