in Luxemburg – Drogenhändler agieren immer professioneller

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in LuxemburgDrogenhändler agieren immer professioneller

LUXEMBURG - Der Rubel rollt für die Drogenbosse in Europa. In Luxemburg steigt die Nachfrage nach Kokain und Designerdrogen - und die Dealer werden immer professioneller.

Etwa ein Prozent der Erwachsenen in der EU konsumiert praktisch täglich Cannabis.

Etwa ein Prozent der Erwachsenen in der EU konsumiert praktisch täglich Cannabis.

AFP

Der illegale Drogenhandel ist ein riesiges Geschäft. Mit Cannabis, Heroin oder Kokain lässt sich in Europa eine Menge Geld verdienen. Schätzungsweise 24 Milliarden Euro geben die EU-Bürger jährlich für illegale Drogen aus. «Und womöglich ist der Markt sogar noch viel größer», sagt der Direktor der Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EMCDDA), Alexis Goosdeel, zur Vorstellung des jährlichen Drogenreports am Dienstag in Brüssel. In Luxemburg wurde der Drogenschwarzmarkt 2014 auf 8 bis 10 Million Euro geschätzt.

Besonders besorgniserregend ist, dass es auch wachsende Verbindungen zwischen Terrorismus und Drogenhandel gibt. Zwar betont Europol-Chef Ron Wainwright, dass es hier keinen direkten Zusammenhang gebe. «Aber was die Terrorverdächtigen in Paris und Brüssel gemeinsam hatten, war ein krimineller Hintergrund», sagt er. Auch wenn Drogen vermutlich nicht die wichtigste Einnahmequelle von Terrorzellen in Europa seien, hätten viele radikalisierte junge Menschen wachsende Verbindungen in die Szene. Diese Kontakte können schließlich genutzt werden, um Terroranschläge zu planen. Aber auch die wieder wachsende Opiumproduktion in Afghanistan und den Nachbarländern kann zur Terrorfinanzierung dienen.

Designerdrogen in Luxemburg auf dem Vormarsch

Die Experten beobachten vor allem, dass mit Opioiden wie Heroin in Europa wieder mehr gehandelt wird. Heroin ist nach Cannabis eine der am weitesten verbreiteten illegalen Drogen in Europa. Rund 6,8 Milliarden Euro geben Europäer pro Jahr dafür aus. Sorge bereitet hier ein Anstieg der Todesfälle aufgrund von einer Heroin-Überdosis. Auch dass das Rauschmittel in Europa zunehmend günstiger und leichter zu bekommen ist, gilt als ein Anzeichen für den wachsenden Handel.

Der nationale Drogenkoordinator für Luxemburg, Alain Origer, bestätigt, dass sich der Markt für Suchtgifte auch hierzulande professionalisiere. «Vor zehn Jahren waren Dealer kleine Gauner, die allein agierten. Heute ist die Organisation sehr viel besser. Die Dealer teilen sich zu dritt auf: Einer verkauft, ein anderer steht Wache und der dritte schaut auf das Geld. Die Händler, die vorwiegend aus Nigeria und Guinea stammen, teilen sich das Geschäft mit Heroin und Kokain», sagt der Experte.

Origer macht vor allem Sorgen, dass immer mehr Kokain und Designerdrogen im Großherzogtum im Umlauf sind. Erstere machen schnell süchtig, über Zweitere sagt der Drogenexperte: «Synthetische Drogen werden in China hergestellt, dort schauen die Behörden nicht so genau hin. Danach werden sie für 100 Euro für das Kilo nach Europa geschickt. Das ist ein sehr gefährliches Phänomen, weil die Preise niedrig sind und Hersteller nicht zurückverfolgt werden können.»

(jd/dpa/L'essentiel)

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