WM-Halbfinale: Drohen Krawalle? Polizeien mehrerer Länder rüsten auf

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WM-HalbfinaleDrohen Krawalle? Polizeien mehrerer Länder rüsten auf

Nach den Spielen von Marokko kam es in verschiedenen europäischen Metropolen zu Ausschreitungen. Um das zu verhindern, fahren mehrere Städte ihre Sicherheitsvorkehrungen hoch.

von
Dominik Mani

Marokko-Fans feiern friedlich den Sieg ihres Teams.

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In Katar steht am Mittwochabend das zweite WM-Halbfinale an. Überraschungsmannschaft Marokko fordert nach Spanien und Portugal nun Titelverteidiger Frankreich heraus. Bei den Nordafrikanern ist die Vorfreude auf dieses historische Spiel riesig.

Tausende marokkanische Fans auf der ganzen Welt feierten die sensationellen Erfolge friedlich und ausgelassen. Bilder von den feiernden Anhängerinnen und Anhängern gingen um die Welt (siehe Video oben). Ihre Freude, sie war verständlich. So schaffte erstmals ein afrikanisches Team den Sprung in ein WM-Halbfinale.

Wer hoffst Du, wird Weltmeister?

Doch nicht alle teilen diese Freude. Die europäischen Großstädte bereiten sich großräumig auf das WM-Duell vor. Und vor allem auf das, was nach dem Abpfiff passieren könnte. In den Niederlanden, wo es eine große marokkanische Community gibt, werden die Sicherheitsvorkehrungen hochgefahren. Die Metropole Amsterdam hat vier Stadtteile zu Sicherheitszonen ernannt. Das berichtet das niederländische Online-Portal nu.nl.

Dort darf die Polizei jeden durchsuchen, den sie will. Zum Beispiel bei Verdacht auf Besitz von schwerem Feuerwerk. Die Sicherheitskräfte werden sichtbar und unsichtbar vor Ort sein. Auch der Wasserwerfer, den man von den deutschen Kollegen ausleihen durfte, wird bereit sein. Ganz verbieten wollen die Amsterdamer allfällige Partys aber nicht. Es soll Platz geben für spontane Feierlichkeiten, so der Bürgermeister der Stadt.

Frankreich mobilisiert 10.000 Polizisten

Eine ähnliche Strategie fährt die niederländische Stadt Utrecht. In den einschlägigen Zonen werden präventive Durchsuchungen durchgeführt. Mehr Sicherheitspersonal wird vor Ort sein und zusätzliche Überwachungskameras werden installiert. Die Region wird auch für den Verkehr gesperrt, um Auto-Korsos zu verhindern. Die Städte Rotterdam und Den Haag kündeten an, gegen allfällige Ausschreitungen vorzugehen.

Auch im Land des Gegners von Marokko hat dieses Duell spezielle Vorzeichen. Bis vor 66 Jahren war Marokko noch eine französische und spanische Kolonie. Aus diesem Grund haben viele Franzosen marokkanische Wurzeln. In Paris hat man Maßnahmen zur Sicherheit beschlossen. Der französische Innenminister Gérald Darmanin kündigte am Dienstag an, dass 10.000 Polizisten im Einsatz stehen werden. Die Hälfte davon im Großraum Paris. Die Sicherheitsmaßnahmen kommen nicht von ungefähr.

Ein Schwerverletzter bei Krawallen

Nach den Spielen der Marokkaner kam es immer wieder zu üblen Ausschreitungen. Nach dem überraschenden Sieg über Belgien brannten in der Innenstadt von Brüssel Autos und es kam zu Zusammenstößen mit der Polizei. In Mailand wurde nach der Halbfinal-Qualifikation ein Fan mit einer Stichwaffe schwer verletzt, der einen Streit schlichten wollte. In Paris kam es am gleichen Abend zu schweren Ausschreitungen. Die niederländischen Behörden mussten in Amsterdam kurzfristig den «Notbefehl» ausrufen. 

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