Video geht viral: «Du kommst ins Gefängnis!» – Pasta-Rezept sorgt in Italien für Entrüstung

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Video geht viral«Du kommst ins Gefängnis!» – Pasta-Rezept sorgt in Italien für Entrüstung

Eine US-Bloggerin kocht eine eigenartige Pasta-Kreation. In den Kommentarspalten teilen Italiener mit, was sie von dem Rezept halten.

von
Jonas Bucher
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Ungekochte Pasta und gefrorene Fleischbällchen in einem Schnellkochtopf – da blutet das italienische Herz.

Ungekochte Pasta und gefrorene Fleischbällchen in einem Schnellkochtopf – da blutet das italienische Herz.

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Zuerst kommen die gefrorenen Fleischbällchen in den Topf. 

Zuerst kommen die gefrorenen Fleischbällchen in den Topf. 

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Dann folgt die ungekochte Pasta.

Dann folgt die ungekochte Pasta.

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Ein Käseranking von «Tasteatlas» hat international für Empörung gesorgt. Unter den zehn angeblich besten Käsesorten der Welt ist Italien gleich acht Mal vertreten. Der beste französische Käse schafft es nur auf Rang 13. Die Käsenation Schweiz taucht mit dem Gruyère erst auf Platz 29 auf.

Beim Essen hört der Spaß auf. Schließlich handelt es sich dabei nicht nur um ein Geschmackserlebnis, sondern um Kulturgut, Identität, Liebe. Dass Italien in diesem nicht repräsentativen Käseranking obenauf schwingt, sei ihnen gegönnt. Ihre Leidensfähigkeit wird oft genug auf die Probe gestellt.  Als bekanntestes Beispiel gilt die Pizza Hawaii, mit der man in Italien eine mittlere Staatskrise auslösen kann. 

Pasta im Schnellkochtopf

Eine US-amerikanische Foodbloggerin hat nun aus italienischer Sicht mit einem Rezept den Vogel abgeschossen. Die junge Frau zeigt ihrer Community, wie man «feine Pasta» in nur zehn Minuten zubereitet. Dazu befüllt sie einen elektrischen Schnellkochtopf mit gefrorenen Fleischbällchen und fügt ungekochte Penne hinzu.

Als Nächstes werden gewürfelte Tomaten aus der Büchse in den Topf geleert, gefolgt von einer fertigen Pasta-Sauce aus dem Glas. Dann wird's richtig schräg: Die Foodbloggerin schwört auf süße Kondensmilch – die mache das Gericht «cremiger». Die Kreation wird nun mit Wasser befüllt. Dazu werden noch Knoblauchsalz und eine italienische Gewürzmischung hinzugefügt. Garniert wird das Ganze mit Mozzarella, natürlich aus dem Plastikbeutel. Nach fünf Minuten Kochzeit ist die Mahlzeit zubereitet.

Spaghetti Bolognese gibt's in Italien nicht

«Dafür kommst du in Italien ins Gefängnis»

Das lassen die Italienerinnen und Italiener nicht auf sich sitzen. In den Kommentaren unter dem Video lassen sie die Foodbloggerin wissen, was sie von ihrer Pasta-Kreation halten. Sabrina aus Mailand schreibt: «Könntest du bitte weiterhin deine Hamburger essen und das italienische Essen den Leuten überlassen, die wissen, wie man es zubereitet?»

«Niemand in meinem Land würde es wagen, so etwas zu kochen.»

Marcella aus Italien

Stefano aus Pavia kommentiert: «In Italien würdest du dafür ins Gefängnis wandern. Und ich würde persönlich den Zellenschlüssel wegwerfen.» Christian schreibt, er habe das Gericht für seinen Hund gekocht: «Danach hat er mich auf der Autobahn ausgesetzt», so der Römer. Stefano aus Parma versichert den Zuschauerinnen und Zuschauern, dass man in Italien die Pasta nicht auf diese Weise zubereitet, «nicht einmal im schlimmsten Gefängnis des Landes».

Auch Marcella ist bemüht, die Ehre Italiens zu retten: «Ich bin Italienerin und niemand in meinem Land würde es wagen, so etwas zu kochen», schreibt sie. Carmelo aus Catania scheint sogar etwas Mitleid mit der Foodbloggerin zu haben. Er schreibt: «Gott vergebe ihr, denn sie weiß nicht, was sie tut. Eine Schweigeminute für die arme Pasta!»  

Ist die italienische Küche die beste der Welt?

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