Luxushotel – Dubioser Immobilienkauf mit Luxemburger Hilfe

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LuxushotelDubioser Immobilienkauf mit Luxemburger Hilfe

LUXEMBURG/CÔTE D'AZUR – 30 Millionen Euro hat der Emir von Katar für ein Luxushotel in Südfrankreich hingelegt. Hat bei dem dubiosen Geschäft eine Luxemburger Firma geholfen?

Der Staat Katar hat sich im November 2014 ein hochherrschaftliches Domizil angeschafft: Das Hotel Vista Palace an der französischen Côte d’Azur. Das Haus wurde 2005 für 155 Millionen Euro von dem italienischen Investor Bruno Arosio gekauft, im Februar 2014 ging der Laden offiziell Pleite und wurde unter gerichtliche Verwaltung gestellt.

Etwas später schlug dann der ehemalige Emir von Katar zu: Hamad Bin Kalifa al-Thani kaufte das Gebäude für 30 Millionen Euro. Und das, obwohl er vor der Insolvenz ganze 250 Millionen Euro für das Vista Palace geboten hatte.

Fall wird untersucht

Das schmeckte dem vormaligen Eigentümer Bruno Arosio gar nicht. Er beschwerte sich und behauptete, der Immobiliendeal wäre durch aktive und passive Korruption sowie Einflussnahme zustande gekommen. Im vergangenen Monat haben die Behörden die Ermittlungen aufgenommen, erklärt Le Parisien. Die Richter Van Ruymebeke und Bilger wollen die Affäre mit all ihren Verstrickungen aufrollen.

In der Tat hat al-Thani das Gebäude mit Scheingesellschaften gekauft. Zu diesen gehörte auch die Firma Lys Holding 1 aus Luxemburg. Die SARL ist auch in andere kontroverse Aktivitäten verstrickt, unter anderem die Übernahme des neuen Printemps-Einkaufstempels in Paris, bei der die investigativen Journalisten von Médiapart «Steuerhinterziehung mittels Luxemburg» beobachtet haben wollen.

Der luxemburgische Generalstaatsanwalt sagt, dass er von nichts weiß. «Bis jetzt hat Frankreich noch kein Rechtshilfeersuchen gestellt», erklärt er. Falls dies eines Tages der Fall sein sollte, wird erst eine Kommission darüber tagen. Erst wenn dem Ersuchen stattgegeben wird, kann die Justiz Prüfungen oder Sicherstellungen anordnen.

(L'essentiel)

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