Bis 2016 – Düstere Prognose für die Euro-Zone

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Bis 2016Düstere Prognose für die Euro-Zone

Die EU-Kommission blickt deutlich skeptischer auf die Konjunktur in der Eurozone. Sie senkte ihre Wachstumsprognose für dieses und nächstes Jahr kräftig.

EU-Wirtschafts- und Finanzkommissar Pierre Moscovici. Foto: Keystone/Olivier Hoslet

EU-Wirtschafts- und Finanzkommissar Pierre Moscovici. Foto: Keystone/Olivier Hoslet

Die EU-Kommission blickt deutlich skeptischer auf die Konjunktur in der Eurozone. Die Brüsseler Behörde senkte am Dienstag ihre Wachstumsprognose für dieses und nächstes Jahr kräftig und erwartet erst 2016 wieder eine spürbare Besserung.

Die Wirtschaft in den 18 Euro-Ländern dürfte 2014 nur um 0,8 Prozent zulegen. Bisher war ein Wachstum von 1,2 Prozent prognostiziert worden. Für 2015 lautet die neue Prognose 1,1 Prozent gegenüber bisher 1,7 Prozent.

Skepsis wegen Konflikten

Im übernächsten Jahr dürfte es dann mit 1,7 Prozent so stark bergauf gehen wie seit 2010 nicht mehr. Deutlich pessimistischer als bisher sieht die Kommission die Aussichten für die drei Schwergewichte Deutschland, Frankreich und Italien. Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Industriestaatengruppe OECD hatten jüngst ihre Schätzungen kräftig heruntergeschraubt.

Die EU-Kommission begründete ihre Skepsis mit «steigenden geopolitischen Risiken» wie den Konflikten in der Ukraine und im Nahen Osten. Zudem gebe es weniger Rückenwind von der Weltwirtschaft.

Großbritannien verzeichnet stärkstes Plus

«Die Lage der Konjunktur und am Arbeitsmarkt verbessert sich nicht schnell genug», sagte Kommissions-Vize Jyrki Katainen, der auch für Wachstum, Arbeitsplätze und Investitionen zuständig ist. Wirtschafts- und Finanzkommissar Pierre Moscovici plädierte für ehrgeizige Strukturreformen sowie mehr private und staatliche Investitionen.

Das stärkste Plus der großen Industriestaaten schafft 2014 laut EU-Kommission Großbritannien mit 3,1 Prozent. Allerdings war das Vereinigte Königreich auch mit deutlich stärkeren Blessuren aus der Wirtschafts- und Finanzkrise herausgekommen und wächst nun von einem vergleichsweise niedrigeren Niveau.

(L'essentiel/sda)

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