Angriff auf Ölpipeline – Dunkle Wolke über Homs

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Angriff auf ÖlpipelineDunkle Wolke über Homs

Die von syrischen Regierungstruppen eingekesselte Stadt Homs steht weiter unter Beschuss. Offenbar wurde eine Öl-Pipeline getroffen. Elite-Einheiten stürmten Damaskus.

In der seit Tagen von syrischen Regierungstruppen belagerten Stadt Homs ist nach einem Angriff auf eine Ölpipeline ein Großbrand ausgebrochen. Nach Angaben von Aktivisten wurde die Pipeline im umkämpften Stadtviertel Baba Amr am Mittwochmorgen getroffen.

Die im Internet veröffentlichten Videos zeigten dicken schwarzen Rauch, der offenbar aus einer Wohngegend aufstieg. In Homs liegen zwei Ölraffinerien. In den vergangenen Monaten ist es in Syrien immer wieder zu Anschlägen auf Öl- und Gaspipelines gekommen.

Regierungstruppen stürmen Teile von Damaskus

In Syrien haben Elite-Einheiten von Präsident Baschar al-Assad zentrale Teile der Hauptstadt Damaskus gestürmt. Sie wurden von gepanzerten Fahrzeugen unterstützt und feuerten mit Maschinengewehren in die Luft, berichteten Anwohner und Oppositionsvertreter am Mittwoch.

Den Angaben zufolge sind die Truppen bei ihrem Vorstoss besonders weit in das Zentrum von Damaskus vorgedrungen. Bislang konzentrieren sich die Auseinandersetzungen vor allem auf Städte wie Homs und Hama.

Panzer greifen Wohngebiete in Hama an

Trotz internationaler Kritik setzen die Truppen des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad ihre Offensive gegen Hochburgen der Protestbewegung fort. In Hama nahmen Panzer in der Nacht auf Mittwoch mehrere Wohngebiete unter Beschuss, wie Anhänger der Opposition per Satellitentelefon berichteten.

Die Armee habe Festnetz und Mobilfunk in der gesamten Stadt unterbrochen. Wegen der Kommunikationsprobleme sei das Ausmaß der Gewalt und die Anzahl der Toten noch unklar.

In der sunnitisch geprägten Stadt Hama hatte 1982 der damalige Präsident Hafez al-Assad einen Aufstand blutig niederschlagen lassen. Dabei sollen bis zu 10 000 Menschen getötet worden sein.

(L'essentiel online/sda/dapd)

Verfassungsreferendum in Syrien am 26. Februar

In Syrien soll am 26. Februar über eine neue Verfassung abgestimmt werden. Das beschloss Präsident Baschar al-Assad am Mittwoch, wie die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete.

Eine von Assad eingesetzte Kommission hatte in den vergangenen Monaten an dem Verfassungsentwurf gearbeitet. Die wesentlichen Neuerungen sind: Die Monopolstellung der seit Jahrzehnten regierenden Baath-Partei fällt weg und der Sozialismus wird aufgegeben.

Nach Angaben der regierungsnahen Zeitung Al-Watan soll zudem das Präsidentenamt auf zwei Mandate von sieben Jahren begrenzt werden. Ob diese Reform auch für Assad gilt, dessen zweites Mandat 2014 zu Ende geht, blieb offen. Ebenso unklar war, wie diese Abstimmung ablaufen soll, während in mehreren Provinzen Bürgerkrieg herrscht.

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