Verlage – «E-Book ist in Luxemburg noch kein Thema»

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Verlage«E-Book ist in Luxemburg noch kein Thema»

LUXEMBURG - Seit mehreren Jahren wird über digitale Bücher diskutiert. Nun soll die Buchmesse in Frankfurt den Durchbruch bringen. In Luxemburg ist der Trend noch nicht angekommen.

Wird das E-Book bald auch bei Luxemburger Verlagen einen Platz auf dem Regal zusammen mit traditionellen Büchern einnehmen? Verlegern zufolge ist das Großherzogtum noch weit davon entfernt.

Wird das E-Book bald auch bei Luxemburger Verlagen einen Platz auf dem Regal zusammen mit traditionellen Büchern einnehmen? Verlegern zufolge ist das Großherzogtum noch weit davon entfernt.

DPA

Es ist schon ein Ritual: Seit einem Jahrzehnt verheißt jede Buchmesse, dass jetzt die Ära der E-Books beginnt. Nun sollen es billigere Lesegeräte und ein breites Sortiment an Buchtiteln richten. Bei der diesjährigen Buchmesse in Frankfurt am Main, die an diesem Mittwoch offiziell eröffnet wurde, ist der digitale Wandel wichtigstes Thema. Während viele Verlage in den USA und zum Teil auch in Deutschland auf Digitalisierung setzen, ist der Trend bei den Luxemburger Verlagen noch nicht angekommen.

«Für uns als klassischer Verlag ist das digitale Buch noch ein neues Feld», sagt Susanne Jaspers, zuständig für Marketing und Pressearbeit bei Editions Guy Binsfeld, auf Anfrage von L'essentiel Online. Zusammen mit 17 anderen Unternehmen ist der Verlag bei der Buchmesse in diesem Jahr auf dem Luxemburger Stand vertreten. «Wir sind überzeugt, dass das gute alte Buch uns noch mindestens 50 Jahren erhalten bleibt», erklärt Jaspers.

Ganz am neuen Trend vorbei will der Luxemburger Verlag jedoch nicht handeln, wie Jaspers bestätigt: «Wir wollen die neuen Entwicklungen nicht verschlafen. Ein paar Ideen haben wir schon, zum Beispiel überlegen wir uns derzeit Apps für Reiseführer und Kochbücher auf den Markt zu bringen.»

«Noch kein Bedarf an digitalen Büchern da»

Claudine Forlano, Direktorin bei Zoom Editions, sieht im neuen digitalen Trend kein Risiko für ihr Unternehmen. Der Kinderbuchverlag in Monnerich beschäftigt zwei Mitarbeiter und gibt durchschnittlich vier Bücher pro Jahr heraus. «Ich denke nicht, dass das traditionelle Buch vollständig verschwinden wird», sagt Forlano.

Die Nutzung der digitalen Inhalte in der Buchbranche ist für Editions Paul Bauler (noch) kein Thema. Seit 1999 nimmt der Verlag an der Frankfurter Buchmesse teil. «Wenn ein reeller Bedarf da ist, dann schauen wir. Bei mir sind aber noch keine Nachfragen eingegangen», berichtet Paul Bauler, der seinen Verlag allein betreibt.

Als Vorreiter der Digitalisierung in der Luxemburger Buchbranche könnte der Verlag Schortgen in Esch-sur-Alzette bezeichnet werden. Das Unternehmen hat bereits das digitale Buch «Perl oder Pica» auf Luxemburgisch herausgebracht, das auf dem gleichnamigen Roman von Jhemp Hoscheit basiert.

Irina Figut/ L'essentiel Online mit dpa

Staat betreut Luxemburger Teilnahme an der Buchmesse

Bei der 63. Frankfurter Buchmesse in Frankfurt am Main, die bis Sonntag geht, werden 280 000 Gäste erwartet. 7384 Anbieter aus 106 Ländern zeigen auf der weltgrößten Bücherschau ihre Produkte, darunter Luxemburg.

Erstmals hat dieses Jahr der Staat die Schirmherrschaft über den Luxemburger Stand bei der Messe übernommen. Im vergangenen Jahr war Luxemburg in Frankfurt noch mit einem Stand des Verbands Lëtzebuerger Bicherediteuren vertreten. «Wir haben dies geändert, weil es immer mehr Interessenten gab, die nach Frankfurt wollten, aber keine Mitglieder im Verband waren», erklärt Susanne Jaspers, Präsidentin der Luxemburger Buchverleger. Das Gastland der diesjährigen Buchmesse ist Island.

(if)

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