Alternative zum Rauchen – E-Zigarette, ein neuer Trend in Luxemburg?
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Alternative zum RauchenE-Zigarette, ein neuer Trend in Luxemburg?

LUXEMBURG - Während Jugendliche die E-Zigarette nutzen, um Rauchen vor den Eltern zu verheimlichen, sind für andere Qualmer Preis und Gesundheit entscheidend.

Die elektronische Zigarette wird immer häufiger als  Alternative zur klassichen Kippe genutzt, auch in Luxemburg.

Die elektronische Zigarette wird immer häufiger als Alternative zur klassichen Kippe genutzt, auch in Luxemburg.

AFP

«Die Eltern können euch nicht erwischen, weil es keinen Tabakgeruch gibt. Und man kann das Rauchen dann leicht verheimlichen», erzählt Sophie. Die 16-Jährige selbst raucht nicht, hat aber viele Freunde, die qualmen. «Ein Freund von mir wollte gerade dem Erdbeergeschmack anzünden, als seine Mutter das Zimmer betrat. Sie hat ihn angeschaut und gesagt: ‘Du solltest nicht so viele Bonbons essen‘. Sie hat nichts bemerkt.»

Doch nicht alle nutzen die E-Zigarette, um das Rauchen vor den Eltern zu verstecken. «Die Mehrheit unserer Kunden will einfach rauchen, ohne die Umgebung zu stören und bei frostigen Temperaturen bis minus zehn Grad rausgehen zu müssen», sagt Thierry Kirsch, Chef von DBon’R, des ersten Geschäftes für elektronische Zigaretten in Luxemburg.

Preis und Gesundheit zählen

Bei vielen Rauchern zählt ebenfalls der Preis: Die E-Zigarette ist eine billigere Alternative zur klassischen Kippe. So wie zum Beispiel für einen Internet-User auf dem Internet-Forum forum-ecigarette.com, der unter dem Pseudonym «luxembourgeois» agiert.

«Ich habe früher zwei Schachteln pro Tag geraucht, was einem Budget von ungefähr 300 Euro pro Monat entspricht. Jetzt kostet es mich nur 50 Euro. So spare ich 3' 000 Euro pro Jahr», freut sich der User.

Und für viele bleibt die Gesundheitsfrage wichtig, wie Luc erklärt, der schon seit längerer Zeit raucht: «Für mich ist die E-Zigarette weniger schädlich als die klassische. Mein Gesundheitszustand ist besser geworden. Ich atme wieder!»

(Nastassia Solovjovas/L'essentiel Online)

Experten sind skeptisch

Experten sind kritisch, was die E-Zigarette angeht : «Es handelt sich um ein neues Produkt, das noch nicht genau auskalibriert ist, nicht kontrolliert wird und keinen Status hat. Zudem gibt es bisher kaum Studien darüber, wie giftig so eine Zigarette ist», erklärt Dr. Catherine Charpentier, Suchtexpertin im CHL in Luxemburg.

Auch ob die E-Zigarette für Jugendliche empfehlenswert ist, ist zweifelhaft: «Die E-Zigarette könnte Jugendliche in die Tabakabhängigkeit führen. Zumal die Zigaretten günstiger sind als herkömmliche Zigaretten, was oft noch ein Argument mehr ist.»

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