«Pandora Papers» – Ecuadors Präsident will nichts Illegales getan haben

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«Pandora Papers»Ecuadors Präsident will nichts Illegales getan haben

Guillermo Lasso betreibt Schadensbegrenzung: Er habe bis 2017 Investitionen in anderen Ländern gehabt, gibt er zu, aber diese seien legal gewesen.

Nach dem chilenischen Präsidenten Sebastián Piñera hat nach den Veröffentlichungen aus den «Pandora Papers» auch der ecuadorianische Staatschef Guillermo Lasso die gegen ihn gerichteten Vorwürfe bestritten. Er habe zwar vor Jahren legale Investitionen in anderen Ländern gehabt, sich aber 2017 mit Blick auf seine Präsidentschaftskandidatur von all diesen losgelöst, sagte der Ex-Banker in einem Video in sozialen Medien am Montagabend. Das Parlament Ecuadors forderte von Lasso Informationen über den Fall.

Zuvor hatte der chilenische Präsident Piñera, einer der reichsten Männer Chiles, die Beteiligung an Geschäften mit einem umstrittenen Bergbauprojekt im Norden des südamerikanisches Landes auf den Virgin Islands von sich gewiesen. «Über den Verkauf von ‹Minera Dominga› 2010 bin ich weder informiert noch dabei konsultiert worden», sagte Piñera in einer Pressekonferenz. Die Fakten in den Berichten seien nicht neu. «Sie wurden 2017 öffentlich bekannt, von der Staatsanwaltschaft untersucht und von den Gerichten 2017 aufgeklärt.» Demnach lag keine Straftat vor.

Gegend rund um Mine wurde unter Piñera nicht zum Naturschutzgebiet

Die Enthüllungen der «Pandora Papers», wonach die Familie von Sebastián Piñera ein millionenschweres Geschäft mit «Minera Dominga» auf den britischen Jungferninseln getätigt habe, haben in Chile Aufregung verursacht. Die Abschlusszahlung für den Verkauf der Mine an eine befreundete Familie hing demnach von der Weigerung der Regierung – damals unter Präsident Piñera – ab, die Gegend im Norden Chiles zum Naturschutzgebiet zu erklären.

Ein internationales Journalistenkonsortium hatte am Sonntag geheim gehaltene Geschäfte Hunderter Milliardäre und Milliardärinnen, Politiker und Politikerinnen, Religionsführerinnen und Religionsführer sowie Drogenhändlerinnen und Drogenhändler veröffentlicht. Darunter befanden sich auch drei lateinamerikanische Präsidenten. Die sogenannten Pandora Papers beruhen nach Angaben des Konsortiums auf fast zwölf Millionen Dokumenten aus 14 Unternehmen weltweit.

(L'essentiel/DPA/kle)

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