Gesundheitsministerin Lenert – «Ehrlich gesagt, hatte ich das so nicht erwartet»

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Gesundheitsministerin Lenert«Ehrlich gesagt, hatte ich das so nicht erwartet»

LUXEMBURG – Die sichtlich berührte Gesundheitsministerin hat am Freitag eine «traurige» Zwischenbilanz gezogen. Gleichzeitig ermutigte Paulette Lenert die Bevölkerung.

Eine Woche nach der gemeinsamen Pressekonferenz mit Premierminister Xavier Bettel (DP) hat sich Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP) am Freitagnachmittag erneut den Kameras gestellt. Die Gesundheitsministerin gab zu Beginn – wie es inzwischen traurige Routine ist – die aktuellen Corona-Zahlen für Luxemburg bekannt. Innerhalb der letzten 48 Stunden seien acht Covid-19-Patienten verstorben, insgesamt inzwischen 54. «Das ist eine traurige Bilanz. Ich muss ehrlich sagen, dass ich das so am Anfang der Krise nicht erwartet hatte», erklärte die sichtlich berührte Krisenmanagerin.

Laut Lenert sind bis Freitag insgesamt 3163 Personen positiv getestet worden. (Anm. d. Red.: Auf der Regierungswebsite wurden wenig später allerdings 3223 Diagnosen gemeldet.) «Die Maßnahmen zeigen Wirkung», erklärte die Ministerin. Deshalb sei es wichtig – auch wenn es über das Osterfest besonders schwer falle – weiterhin auf direkte soziale Kontakte zu verzichten: «Es herrscht große Disziplin im Land, danke dafür!»

«Mir sinn nach net derduerch, bleift doheem!»

Derzeit würden 202 Menschen wegen des Coronavirus in Krankenhäusern behandelt, davon 42 auf der Intensivstation, wovon wiederum zehn Patienten aus Grand Est seien. In den Kliniken des Landes befänden sich derzeit kaum Nicht-Covid-Patienten. «Die Notaufnahmen funktionieren aber weiter», mahnte Lenert. Niemand solle aus Angst davon absehen, sich benötigte Hilfe zu holen.

Fragen nach einer möglichen Exit-Strategie wiegelte die LSAP-Politikerin ab: «Mir sinn nach net derduerch, bleift doheem!», ermutigte Lenert die Bevölkerung. Die Regierung wolle weiter Vorsicht walten lassen und die Entwicklung in den Krankenhäusern abwarten. Deshalb sei Luxemburg derzeit auch zurückhaltender, was die Aufnahme neuer Patienten aus dem Ausland angeht.

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(Philip Weber/L'essentiel)

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