Inflation: «Ein 115-Euro-Einkauf kostete vorher weniger als 100»

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Inflation «Ein 115-Euro-Einkauf kostete vorher weniger als 100»

LUXEMBURG – Der Krieg in der Ukraine hat den Druck auf die Verbraucher weiter erhöht. Unsere Einkäufe werden teurer, wie die Kunden in Luxemburgs Supermärkten zu spüren bekommen.

von
Nicolas Chauty

John kommt aus einem Supermarkt im Süden des Landes und hat gerade 115 Euro für seinen Einkauf ausgegeben. «Noch vor ein paar Wochen waren es weniger als 100 Euro für den gleichen Einkauf», erklärt der Mann, der auf etliche Preiserhöhungen bei «Milch, Butter, sogar Obst...», hinweist. Der Konflikt in der Ukraine hat den Druck auf die Versorgung mit Energie und Agrarrohstoffen weiter erhöht, die Inflation beschleunigt und die Auswirkungen beim Verbraucher verschärft. Laut John macht sich das in den letzten Wochen verstärkt bemerkbar.

Er denke sogar darüber nach, seine Einkäufe auf mehrere Geschäfte zu verteilen. «Offenbar gibt es immer noch Preisunterschiede zwischen den verschiedenen Supermärkten. Da lohnt es sich also die Preise zu vergleichen, obwohl ich so etwas noch nie zuvor gemacht habe...», erzählt John. Laut dem Statistikinstitut Statec sind die Verbraucherpreise zwischen März 2021 und März 2022 um 6,1 Prozent gestiegen. Schon allein Lebensmittel verschlingen im Schnitt 12,6 Prozent unseres verfügbaren Budgets.

«Hamsterkäufe sind Teil des Problems»

Marie*, die ebenfalls zum Einkaufen los ist, vergleicht die Preise anhand des Biers in ihrem Einkaufswagen. Das Sixpack mit sechs Flaschen kostet sie 3,95 Euro. «Vor einem Jahr habe ich dafür noch 3,39 Euro bezahlt», betont die Kundin und hat weitere Beispiele parat. «Vor drei Wochen habe ich für einen Liter Sonnenblumenöl 2,49 Euro gezahlt, heute sind es schon 3,99 Euro.

Alle befragten Kunden auf dem Supermarkt-Parkplatz bestätigen, dass ihre Einkäufe erheblich teurer geworden seien. Aus diesem Grund hat Chantal beschlossen, an diesem Tag kein Fleisch zu kaufen. Das soll ihren Geldbeutel entlasten und Budget für andere Lebensmittel frei geben. Im Moment steigen die Preise zwar, aber einen Mangel an bestimmten Produkten oder gar Grund zur Rationierung gibt es bisher nicht. «Mir ist eben ein Einkaufswagen voller Pflanzenöl entgegengekommen», fügt Marie hinzu, «das ist auch ein Tel des Problems, denn solche ‹Hamsterkäufe› wirken sich ebenfalls auf die Preisgestaltung aus.»

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