Elektromobilität – Ein E-Auto-Akku ist nachhaltiger als ein Steak

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ElektromobilitätEin E-Auto-Akku ist nachhaltiger als ein Steak

Der Wasserverbrauch bei der Lithium-Gewinnung für Akkus steht oft in der Kritik. Neue Zahlen legen nahe, dass die Elektromobilität ressourcenschonender ist, als angenommen.

Die Akku-Produktion für Elektroautos scheint ressourcenschonender zu sein, als angenommen.

Die Akku-Produktion für Elektroautos scheint ressourcenschonender zu sein, als angenommen.

DPA/Daniel Bockwoldt

Die Akkus bei Elektrofahrzeugen stehen wegen der Rohstoff-Gewinnung immer wieder im Zentrum der Kritik, so auch die wasserintensive Förderung von Lithium. Maximilian Fichtner ist Direktor am Helmholtz-Institut für Energiespeicherung und legt in einem Tagesspiegel-Interview erstaunliche Zahlen vor.

Nach gängigen Berechnungsmethoden würden bei der Lithium-Gewinnung für einen 64-Kilowattstunden-Akku, mit dem man in einem heutigen E-Auto rund 450 Kilometer weit fahren kann, 3840 Liter Wasser verdunsten. Diese zweifellos große Zahl setzt Fichtner in dem Artikel in Relation und rechnet vor, dass die gleiche Menge für die Produktion von 250 Gramm Rindfleisch, zehn Avocados, 30 Tassen Kaffee oder einer halben Jeans gebraucht wird. «Der Akku ist also etwas nachhaltiger als die Jeans oder das Steak», heißt es in dem Artikel.

Er ergänzt, dass die Ölförderung weltweit 46 Milliarden Liter Wasser für den täglichen Ölbedarf verbraucht. Das würde ausreichen, um 1,5 Millionen Lithium-Akkus herzustellen und das jeden Tag, so Fichtner. «Und das Wasser für die Ölförderung verdunstet nicht, es wird häufig vergiftet», fügt er hinzu.

Eine Lebensdauer von 900.000 Kilometern

Auch bei der Lebensdauer der Batterien räumt Fichtner mit gängigen Mythen auf, dass eine solche Batterie nur 160.000 oder gar 80.000 Kilometer durchhalte. Bei seiner angenommenen Lebensdauer von 2000 Be- und Entladezyklen, errechnet er in dem Artikel eine Gesamtfahrleistung von 900.000 Kilometern. Die Anzahl der möglichen Ladezyklen werde in den kommenden Jahren aber sogar noch ansteigen.

Die Diskussionen um die Kobalt-Gewinnung und die Förderung unter menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen seien zudem ab 2025 hinfällig, da Fichtner ab dann «völlig kobaltfreie Batterien» voraussagt. Zudem kaufe ein Großteil der E-Auto-Hersteller den Rohstoff schon jetzt nur noch aus «einwandfreien Quellen».


(dm/L'essentiel)

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