Einbruch in Dresden: «Ein echtes Abenteuer» – so gelang dem Remmo-Clan der Diamantenraub 

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Einbruch in Dresden«Ein echtes Abenteuer» – so gelang dem Remmo-Clan der Diamantenraub 

Vor dem Dresdner Landgericht läuft seit Monaten der Prozess gegen die Räuber, die im November 2019 Schmuck in Millionenwert stahlen. Nun erzählen geständige Angeklagte, wie die Tat ablief.

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Tatort Residenzschloss: Hier drangen die Räuber im November 2019 ein und stahlen Schmuck …

Tatort Residenzschloss: Hier drangen die Räuber im November 2019 ein und stahlen Schmuck …

Getty Images
… im Wert von insgesamt 113 Millionen Euro.

… im Wert von insgesamt 113 Millionen Euro.

Polizei Sachsen
Vor Gericht zeigten sich vier der sechs Angeklagten – im Vordergrund Rabieh Remmo –  geständig.

Vor Gericht zeigten sich vier der sechs Angeklagten – im Vordergrund Rabieh Remmo –  geständig.

REUTERS

Im Prozess um den Juwelendiebstahl aus dem Grünen Gewölbe haben drei der sechs Angeklagten vor dem Landgericht Dresden Geständnisse abgelegt. Die Beschuldigten räumten am Dienstag eine Tatbeteiligung ein und schilderten die Vorbereitungen und den Ablauf des Einbruchs. Den Geständnissen war ein Deal zwischen den Prozessbeteiligten vorausgegangen – gegen die Rückgabe des Diebesguts handelten sie mildere Strafen aus. Ein Großteil der Beute wurde Mitte Dezember zurückgegeben.

Der 29-jährige Angeklagte Rabieh Remmo gestand, dass er mit einem bislang nicht angeklagten Mittäter im November 2019 in die Räume des Grünen Gewölbes eingedrungen sei, «mit einer Axt» das Glas der Vitrinen zerschlagen und den Schmuck in einen mitgebrachten Sack geworfen habe. Sein Komplize  habe dann einen Feuerlöscher entleert, um DNA-Spuren zu zerstören. Anschliessend seien die insgesamt sechs Täter in einem Auto in eine Tiefgarage geflüchtet, hätten dieses dort angezündet und seien in einem anderen Wagen zurück nach Berlin gefahren, sagte Rabieh Remmo weiter.

Er ging damit über sein bereits im vergangenen Jahr abgelegtes Teilgeständnis hinaus, in dem er lediglich eine Beteiligung an den Vorbereitungen, nicht aber am Einbruch selbst eingeräumt hatte. «Mein Tatbeitrag war mehr als zunächst gesagt, ich war selbst in den Räumen des Grünen Gewölbes», gestand er nun. Die beiden Angeklagten Wissam und Mohamed Remmo gestanden ebenfalls eine Tatbeteiligung ein. Über ihre Anwälte liessen sie erklären, sie hätten den Einbruch abgesichert, «Schmiere gestanden» und die Beute entgegengenommen.

Minutiöse Vorbereitungen

Der 26-jährige Wissam Remmo, der bereits für den Diebstahl einer hundert Kilogramm schweren Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum verurteilt worden war, hielt sich nach eigenen Angaben deswegen für «grössenwahnsinnig» und einen «Meisterdieb». Der Anwalt des mitbeschuldigten Mohamed Remmo sagte, sein Mandant habe nicht an die Konsequenzen gedacht. Für ihn sei der Einbruch «ein echtes Abenteuer» gewesen.

In ihren Geständnissen schilderten die drei Anklagten am Dienstag Details der Tatvorbereitung und des Einbruchs. Schon ein Jahr vor dem Diebstahl sei ein Plan entwickelt worden, nachdem jemand «ganz begeistert von einer Klassenfahrt ins Grüne Gewölbe in Dresden und von dort ausgestellten grünen Diamanten» erzählt habe.

Später hätten dann mehrere Beteiligte die Ausstellungsräume und die Umgebung des Grünen Gewölbes ausspioniert und unter anderem festgestellt, dass eines der Fenster im Erdgeschoss nicht von einem Scanner erfasst wurde. «Wir haben mehrfach ausprobiert, ob der Scanner auslöst und Wachleute kommen. Da nichts passierte, gingen wir davon aus, dass das Einstiegsfenster nicht überwacht war», so Rabieh Remmo. Das Vitrinenglas habe «dünn» gewirkt.

Es drohen Gefängnisstrafen von über sechs Jahren

Zur Tatvorbereitung trennten die Einbrecher ein Fenstergitter mit einer Hydraulikschere auf und umwickelten es zur Tarnung mit grau gefärbtem Klebeband, um kurz darauf an dieser Stelle in die Juwelenausstellung zu gelangen. Um den Lärm zu übertönen, spielten sie laut Musik ab. «Ich bin derjenige mit der Taschenlampe, der andere hat mir gesagt, wo es langging», wird Rabieh Remmo von der «Bild» zitiert. 

Mitte Dezember, und damit mehr als drei Jahre nach dem Einbruch, beschlagnahmte die Polizei in Berlin einen erheblichen Teil der Beute. Teilweise sind die Schmuckstücke beschädigt oder unvollständig, zudem fehlen einige wertvolle Teile nach wie vor. Der gestohlene Schmuck aus dem frühen 18. Jahrhundert hat einen geschätzten Versicherungswert von insgesamt mindestens 113,8 Millionen Euro.

Die Verständigung sieht für drei der Angeklagten Freiheitsstrafen von bis zu sechs Jahren und neun Monaten, für zwei Beschuldigte bei einer Verurteilung nach Jugendstrafrecht zwischen vier und fünf Jahren vor. Laut Gericht könnten die Angeklagten nach dem Urteil auf freien Fuß kommen, sofern sie die Vereinbarung erfüllen.

(AFP/trx)

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