Teflongeschirr: Ein einziger Kratzer in deiner Pfanne kann Tausende Chemikalien freisetzen

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TeflongeschirrEin einziger Kratzer in deiner Pfanne kann Tausende Chemikalien freisetzen

Mit Teflon beschichtetes Kochgeschirr ist praktisch, birgt aber ein gewisses Risiko: Denn schon winzigste Risse und Kratzer in der Beschichtung setzen Mikro- und Nanoplastik frei, was problematisch für die Gesundheit sein kann.

von
Fee Anabelle Riebeling
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Teflon (PTFE) wird aufgrund seiner geringen Oberflächenspannung und guten Hitzebeständigkeit als Antihaftbeschichtung von Bratpfannen und Kochtöpfen verwendet.

Teflon (PTFE) wird aufgrund seiner geringen Oberflächenspannung und guten Hitzebeständigkeit als Antihaftbeschichtung von Bratpfannen und Kochtöpfen verwendet.

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Teflon besteht aus per- und polyfluorierten Alkylverbindungen (PFAS). Diese Verbindungen sorgen dafür, dass Dinge nicht aneinander haften, sondern abperlen.

Teflon besteht aus per- und polyfluorierten Alkylverbindungen (PFAS). Diese Verbindungen sorgen dafür, dass Dinge nicht aneinander haften, sondern abperlen.

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Problematisch wird es jedoch, wenn die Teflonbeschichtung zermackt oder verkratzt ist. 

Problematisch wird es jedoch, wenn die Teflonbeschichtung zermackt oder verkratzt ist. 

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Teflonpfannen und -töpfe gehören von Zeit zu Zeit ausgetauscht. Immer dann, wenn die Beschichtung beschädigt ist. Diesen Rat hat wohl jede und jeder schon einmal gehört. Dahinter steckt die Sorge, dass über kleinste Macken, Risse und Kratzer Schadstoffe austreten können, die der Gesundheit schaden können. Immerhin können sie bei Wellensittichen zum Tod führen. Doch besteht tatsächlich ein Risiko für den Menschen?

Ja, schreiben nun australische Forschende im Fachjournal «Science of The Total Environment». «Eine aufgeplatzte Beschichtung kann zur Freisetzung von 2,3 Millionen Mikroplastik- und Nanokunststoffen führen», so die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der University of Newcastle und der Flinders University in Australien in ihrer Studie. 

Bis zu 2,3 Millionen Plastikpartikel

Die Forschenden nutzten für ihre Studie die sogenannte Raman-Spektroskopie. Dieses Verfahren ermöglicht es, Moleküle durch Messung ihrer individuellen Schwingungsstrukturen zu identifizieren. Zudem kam ein Algorithmusmodell zum Einsatz. So gelang es dem Team um Cheng Fang, die Freisetzung von 2,3 Millionen Mikro- und Nanoplastikpartikel aus einer zerbrochenen Beschichtung zu ermitteln. Über einen leichten Oberflächenkratzer könnten allein 9100 Partikel austreten. Und das während der Zubereitung von nur einer Mahlzeit.

Das Austreten der Partikel ist nicht unproblematisch. Denn Teflon, auch Polytetrafluorethylen (PTFE) genannt, besteht aus per- und polyfluorierten Alkylverbindungen (PFAS). Die Chemikalien sorgen dafür, dass die Produkte in der Pfanne nicht anhaften. Allerdings gelten diese als potenziell gesundheitsschädlich: 

PFAS können unschöne Folgen haben

Schädlich, aber noch viele Fragen offen

«Angesichts der Tatsache, dass PFAS ein großes Problem darstellen, könnten diese Teflon-Mikropartikel in unseren Lebensmitteln ein gesundheitliches Problem sein, das untersucht werden muss, da wir nicht viel über diese neu auftretenden Verunreinigungen wissen», erklärt Cheng Fang in einer Mitteilung. So sieht es auch sein Kollege Youhong Tang: Die Studie gebe «eine deutliche Warnung, dass wir bei der Auswahl und Verwendung von Kochutensilien vorsichtig sein müssen, um eine Verunreinigung der Lebensmittel zu vermeiden.» Verbraucherinnen und Verbraucher sollten ihre älteren Kochtöpfe und Pfannen deshalb nach einer bestimmten Zeit nicht mehr verwenden.

Tipps für das Kochen mit Teflon

Entwarnung für Teflon selbst

Während die Wirkung der PFAS, die bei der Herstellung von Teflon entstehen, noch weiter untersucht werden muss, konnte das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung bezüglich des Teflons selbst vor einigen Jahren Entwarnung geben: Sollten hiervon aus Versehen Teilchen verschluckt werden, sei von keiner Gesundheitsgefahr auszugehen.  Da PTFE reaktionsträge sei, verdaue unser Körper verschluckte Teilchen nicht. 

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