Riss in der Antarktis – Ein Eisberg größer als Luxemburg entsteht

Publiziert

Riss in der AntarktisEin Eisberg größer als Luxemburg entsteht

Im Schelfeis vor der Antarktis hat sich ein 110 Kilometer langer Riss gebildet. Es droht sich ein gigantischer Eisberg zu lösen.

Die Nasa hat auf Larsen C, einer Eisplatte vor der antarktischen Halbinsel, einen enormen Riss fotografiert. Die Forscher geben die Länge mit 112 Kilometern und die Breite mit über 90 Metern an. Der Spalt ist rund 500 Meter tief und reicht bis hinunter zum Ozean.

Wenn sich der Riss über das gesamte Schelfeis ausbreitet, wird ein Eisberg abgespalten, der laut Nasa so groß sein dürfte wie der US-Bundesstaat Delaware, also etwa 6450 Quadratkilometer. Zum Vergleich: Luxemburg ist 2586 Quadratkilometer groß und damit um das 2,5-fache kleiner als der Eisberg.

Der Spalt im Schelfeis ist relativ neu. Auf Satellitenbildern tauchte er erst dieses Jahr auf. Das britische Antarktisforschungsprojekt Midas hat den Spalt 2014 entdeckt und seither seine Entwicklung überwacht.

Station muss verschoben werden

Den Briten macht zurzeit aber noch ein anderer Riss im Eis zu schaffen. Weil sich in der Nähe der Forschungsstation Halley IV eine tiefe Spalte gebildet hat, muss das Polarforschungsprogramm British Antarctic Survey die Station verlegen.

Durch die Spalte, die sich etwa sieben Kilometer von der Station entfernt im Brunt-Schelfeis gebildet hat, droht die Station von der Umwelt abgeschnitten zu werden. Große Zugmaschinen sollen die Station deshalb rund 23 Kilometer weit über das Eis an einen sicheren Ort ziehen.

Die Wetterbeobachtungsstation wurde 2012 an ihren aktuellen Standort gebracht und wurde so konstruiert, dass sie leicht verschoben werden kann, falls sich das Eis bewegt. Die Verschiebung wird in Etappen über die nächsten drei Jahre erfolgen mit dem Ziel, den Forschungsbetrieb möglichst nicht zu stören.

Polarlichter über Halley IV. (Video: Youtube/AntarcticSurvey)

(L'essentiel/jcg/jt)

Deine Meinung