Sofian Kheyari: Ein ehemaliger BGL-Spieler sitzt auf der saudi-arabischen Trainerbank

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Sofian KheyariEin ehemaliger BGL-Spieler sitzt auf der saudi-arabischen Trainerbank

LUXEMBURG/DOHA – Der stellvertretende Trainer Saudi-Arabiens äußert sich zum Sieg seiner Mannschaft über Argentinien am Dienstag bei der WM. 2018 spielte er noch für die Union Titus Petingen.

von
Jean-François Colin

Mit dem 2:1-Sieg über Argentinien in der Grupppe C am Dienstag ist Saudi-Arabien die erste Sensation bei der diesjährigen WM gelungen. Der ehemalige Petinger Sofian Kheyari, 38, der seit 2019 Mitglied des saudischen Trainerstabs ist, hat den Sieg genossen. «Es war unglaublich, nach dem Spiel», wie der in Alfortville geborene Kheyari erklärt. «Wir haben mit unseren Unterstützern auf dem Feld gesprochen, dann haben wir in der Umkleide mit der Gruppe sehr starke Emotionen erlebt».

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Aber erst am nächsten Morgen habe er die Tragweite des Sieges erfassen können. «Wir haben einen richtigen Titelanwärter besiegt, das ist eine außergewöhnliche Leistung, und zu Hause ist die Hölle los. «M.B.S.» (Mohammed bin Salman), der Kronprinz, hat für diesen Mittwoch einen landesweiten Feiertag ausgerufen».

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Der Geschmack des Sieges gefällt und der Durst nach mehr sorgt dafür, dass die Ambitionen für das weitere Turnier nicht nachlassen. «Wir sind mit Ideen hierhergekommen», wie einer der beiden Co-Trainer des französischen Trainers Hervé Renard erklärt. «Wir kämpfen in der Gruppe nicht nur, um dabei zu sein. Wir kennen unsere Qualitäten, und dieser Erfolg bestätigt uns in der Idee, in Katar zu spielen. Wenn wir nicht weiterkommen, hat dieser Sieg nicht denselben Reiz».

Hervé Renard und seine Mannschaft hatten dieses Spiel gegen den zweimaligen Weltmeister minutiös vorbereitet. Und die 2:6-Klatsche, die der Iran von England am Vortag bekommen hatte, konnte die Stimmung der Saudis nicht trüben. «Natürlich schauen wir uns die anderen Spiele an, aber wir bleiben auf uns fokussiert. Wir hatten uns in Abu Dhabi dreieinhalb Wochen lang vorbereitet. Es ist unser Glück, dass sich alle Spieler in den regionalen Ligen entwickelt haben und dass diese gerade pausieren».

«Unser Torwart hat ein außergewöhnliches Spiel abgeliefert»

Was den Ablauf des Spiels betrifft, bei dem unzählige Abseitsstellungen seitens der Argentinier angezeigt wurden, die in der saudischen Falle saßen, erahnt man, dass die taktische Hand von Trainer Renard eine immens wichtige Rolle gespielt hat. «Wir haben die Albiceleste gut analysiert. Wir haben uns darauf eingestellt, dass sie gefährlich sind, wenn der Ball in unsere letzten 30 Meter gerät. Aus dem Grund haben wir einen sehr kompakten Mittelblock gebildet und unser Torwart, Mohammard Al Owais hat sich bemüht, hoch zu spielen und hat ein außergewöhnliches Spiel abgeliefert».

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Lag man zur Pause noch 0:1 hinten, konnten die Grünen Falken nach dem Wiederanpfiff sofort reagieren. «Ich glaube, wir haben unbewusst dem Gegner einen zu großen Respekt entgegengebracht. Wir hatten allerdings Glück, in der zweiten Halbzeit ein frühes Gegentor zu erzielen. Das hat bei der argentinischen Mannschaft Zweifel gesät, die vielleicht wiederum den Fehler gemacht hat, mit einem leichten Sieg zu rechnen».

Gute Erinnerung an die Weltmeisterschaft von 1994

Nun warten Salman Al-Faraj und seine Teamkollegen gespannt auf die Gegner Polen (Samstag) und Mexiko (nächste Woche Mittwoch), die sich 0:0 getrennt haben. «Die beiden Mannschaften haben sich genau analysiert, wie das manchmal bei einem Erstspiel bei einer Weltmeisterschaft der Fall ist. Und Lewandowski hat einen Elfmeter verschossen. Aber wir wissen, wenn wir gegen Polen gewinnen, qualifizieren wir uns.»

Damit werden gute Erinnerungen an die Weltmeisterschaft von 1994 in den USA wach, als die Wüsten-Auswahl das Achtelfinale erreichte. Die nahe Zukunft wird uns verraten, wie weit es die Grünen Falken in Katar schaffen.

«Renard, ein außergewöhnlicher Manager»

Saudi Arabia's French coach Herve Renard gestures during the Qatar 2022 World Cup Group C football match between Argentina and Saudi Arabia at the Lusail Stadium in Lusail, north of Doha on November 22, 2022. (Photo by Khaled DESOUKI / AFP)

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«Gute Erinnerungen an Petingen»

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