Verteidiger frohlockt – Ein guter Tag für Jörg Kachelmann?

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Verteidiger frohlocktEin guter Tag für Jörg Kachelmann?

Das Gericht hat Sabine W. nach über 20-stündiger Befragung aus dem Zeugenstand entlassen. Für Kachelmanns Verteidiger war es ein Erfolg - eine Erklärung blieb er allerdings schuldig.

Vielleich ist es professionelle Zuversicht, vielleicht ist es auch Kampfgeschrei oder einfach Strategie - sicher ist: Die Aussage von Jörg Kachelmanns Verteidiger Reinhard Birkenstock hat alle Beobachter überrascht. Nach über vier Tagen im Zeugenstand ist die Befragung von Sabine W. am Mittwochmittag zu Ende und der Verteidiger zeigte sich zuversichtlich: «Meines Erachtens hat die Vernehmung uns dem Ziel der Rehabilitierung des Herrn Kachelmann sehr viel näher gebracht», so Birkenstock gegenüber der Nachrichtenagentur «dapd». Eine Erklärung seines Eindrucks blieb der Star-Verteidiger schuldig. Staatsanwalt Lars-Torben Oltrogge sieht die Dinge jedenfalls ganz anders: «Wenn der Verteidiger da so sieht», sagte Oltrogge laut «Bild.de» in einer Verhandlungspause, «frage ich mich, warum der Prozess dann fortgesetzt wird. Ich halte das für Wunschdenken.»

Alles nur PR von Birkenstock? Seinen Vorwurf hält das mutmassliche Opfer jedenfalls weiterhin aufrecht: Sabine W. blieb während der über 20 Stunden dauernden Befragung bei ihrer Aussage, dass Jörg Kachelmann sie in der Nacht des 9. Februar 2010 mit einem Messer bedroht und vergewaltigt habe. Der 52-jährige Wettermoderator bestreitet dies seit seiner Verhaftung im März. Die Verteidigung lobte die ausführliche Befragung der Frau durch das Gericht. Welche neuen Erkenntnisse die Befragung ans Tageslicht brachte und wieso diese gut für die Verteidigung sein sollen, blieb allerdings unklar. Die Einvernahme findet seit Beginn unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Das mutmaßliche Opfer weinte

Sabine W. hielt nach Angaben von Prozessbeteiligten an ihren Vorwürfen fest. «Sie wirkte sehr angespannt», sagte ein Beteiligter. Zwischendurch sei sie in Tränen ausgebrochen. Auch einer von Kachelmanns Anwälten äußerte Mitgefühl. «Das ist schon eine Tortur», sagte Verteidiger Klaus Schroth. Die Richter hätten sehr gründlich gefragt, sagte Schroth. Wohl auch aus diesem Grund konnte die Befragung durch die Verteidigung noch am Mittwochvormittag abgeschlossen werden. Am Nachmittag soll der Therapeut der Frau vernommen werden.

(dpa/20min.ch/L'essentiel)

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