Franziskus – Ein Jahr Papst – und fünf Dinge, die Sie nicht wussten

Publiziert

FranziskusEin Jahr Papst – und fünf Dinge, die Sie nicht wussten

Genau ein Jahr ist Papst Franziskus nun im Amt. Sein Leben hat sich in dieser Zeit stark verändert. Das merkt er etwa beim Aufstehen, auf der Waage – und beim Telefonieren.

Vor einem Jahr nannte sich Papst Franziskus noch Jorge Mario Bergoglio. Am 13. März 2013 änderte sich mit seiner Wahl zum Papst plötzlich alles. Inzwischen hat sich der 77-Jährige in seiner neuen Rolle als Oberhaupt der Katholischen Kirche so gut eingelebt, dass er sogar die Briefe an seine Jugendfreunde in Buenos Aires mit Franziskus unterschreibt.

Ein paar Dinge musste der Papst in seiner Routine allerdings ändern:

Der Wecker läutet schon um 4 Uhr morgens

Seit er Papst ist, steht Franziskus um 4 Uhr morgens auf. «Mit so vielen Menschen, die ich am Tag sehen muss, ist dies der einzige Moment, in dem ich in Ruhe beten und nah bei Gott sein kann.» Um 7 Uhr gibt er seine Morgenmesse in der Hauskapelle der Residenz Santa Marta. Nur mittwochs nicht, dann findet auf dem Petersplatz die wöchentliche Generalaudienz statt.

Bevor er um 9 Uhr in der Kantine der Residenz frühstücken geht, organisiert Franziskus seinen Tag. Einen Computer hat er nicht, alle Termine trägt er handschriftlich in einer kleinen Agenda ein.

Er liebt das Essen in der Kantine

Die Angestellten der Kantine kennen Franziskus als zufriedenen und äußerst kommunikativen Gast. Er möge es nicht, bedient zu werden, erzählten sie der argentinischen Zeitung «La Nación». Mit seinem Tablett geht er zur Selfservice-Theke und holt sich sein Essen selber.

Der Papst isst jedoch nicht gern alleine. «Er geht zu den anderen Gäste und fragt, ob er sich zu ihnen gesellen kann. Er freut sich auf Begleitung und die Gespräche während des Essens.» Nach dem Mittagessen gönnt sich der 77-Jährige eine kurze Siesta, ein Mittagsschläfchen.

Ein paar Kilo zugenommen

Er habe zugenommen, beklagte sich Franziskus kürzlich gegenüber seinem Freund, dem argentinischen Rabbiner Abraham Skorka. Die italienische Pasta sei einfach «zu gut.» Er werde sich ab sofort etwas schonen, meinte er. Einfach sei das nicht, denn auch die Köche der Residenz Santa Marta «sind hervorragend».

Die alten Freunde sehen ihn als Papst glücklich

Seine Freunde in Argentinien hat Franziskus nicht vergessen. «Wir haben ihn noch nie so glücklich gesehen», erzählte Alberto Omodei der spanischen Zeitung «El País ». Zusammen mit Francisco Spinosa haben die beiden die Technische Sekundarschule im Stadtteil Floresta in Buenos Aires besucht. «Wir kennen uns, seit wir 14 Jahre alt sind», sagte Omodei. «Dabei sind wir im Unterschied zu ihm gar nicht gläubig.»

Jorge – für Omodei heißt sein langjähriger Freund noch so – habe damals dem Priester im Quartier versprochen, dass er seine beiden Kollegen davon überzeugen werde, die Erste Kommunion zu empfangen. Das hat er auch geschafft. «Wir waren in der Gruppe mit Jorges jüngerem Bruder. Nach der Messe sind wir zu ihm nach Hause und haben Schokoladenmilch getrunken.»

Telefonieren ist schwieriger geworden

Heute muss Franziskus die Leute vorwarnen, wenn er mit ihnen telefonieren will: «Bitte, Adrian, leg nicht auf. Ich bin's, der Papst. Jedes Mal, wenn ich das sage, meinen die Leute, es sei ein Witz und legen den Hörer auf», sagte Franziskus über den 14. März vergangenen Jahres, als er den Goldschmied Adrian Pallarols kontaktierte, um einen neuen Kelch zu bestellen.

Dass es nicht einfach ist, von einem Tag auf den anderen weltberühmt zu werden, durfte auch der argentinische Priester Fabián Paez erfahren. Nachdem Franziskus seinen alten Bekannten bei seiner wöchentlichen Generalaudienz in Rom in der Menschenmenge entdeckt hatte, gab er den Gendarmen ein Signal, dass sie Baez über eine Absperrung helfen sollten, um mit ihm in seinem Papamobil eine Runde auf dem Petersplatz zu drehen. «Gibt es irgendeine Zeitung auf dieser Welt, in der du nicht erschienen bist?», witzelte Franziskus Tage später, als er Baez in seinem Hotel in Rom anrief. Glücklicherweise hatte der Hotelangestellte nicht aufgelegt.

(L'essentiel/kle)

Deine Meinung