Marsforschung der Nasa – Ein Jahr Wohnen ohne Fenster auf Nasa-Kosten
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Marsforschung der NasaEin Jahr Wohnen ohne Fenster auf Nasa-Kosten

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa sucht Leute, die ein Jahr lang so tun, als würden sie auf dem Mars leben. Fenster gibt es keine – dafür werden die «Astronauten» bezahlt.

Außentemperaturen von bis zu minus 100 Grad Celsius, grollende Staubstürme und Luft, wie aus einem Autoauspuff: Die Marsoberfläche bietet künftigen Bewohnerinnen und Bewohnern keine lebensfreundliche Umgebung. Der Mars hat jedoch eine ganz besondere Anziehungskraft: Private Firmen wie Space X oder Blue Origin und Staaten wie Russland, China, Indien aber auch die US-Weltraumbehörde Nasa planen in den nächsten Jahrzehnten mit Personen besetzte Missionen auf den Planeten in unserem Sonnensystem.

Bevor es soweit ist werden aber noch zahlreiche Tests und auch sogenannte analoge Missionen durchgeführt. Eine davon startet in den USA im Herbst 2022. Vier auserwählte Personen sollen dann ein Jahr lang in einer Unterkunft wohnen, wie sie dereinst auf dem Mars stehen könnte. Die Unterkunft stammt aus einem großen 3D-Drucker und wird auf dem Johnson Space Center im US-Bundesstaat Texas errichtet.

Leben in der Simulation

Die vier Crew-Mitglieder werden ein Jahr lang auf 160 Quadratmeter leben und arbeiten. Fenster gibt es in der Unterkunft namens Mars Dune Alpha keine. «Die Simulation auf der Erde hilft uns, die physischen und mentalen Herausforderungen zu verstehen, denen sich die Astronauten und Astronautinnen künftig stellen müssen», erklärt Grace Douglas, die leitende Wissenschaftlerin des Forschungsprojekts. Übrigens: Derzeit schnuppern auch Big-Brother-Promis «Allluft». Sie leben drei Wochen auf rund 90 Quadratmetern in einer fiktiven Raumstation mit acht Schlafplätzen. Dabei stehen einige Teilnehmende schon nach wenigen Tagen ohne Fenster kurz vor dem Durchdrehen.

Die Teilnehmenden der simulierten Nasa-Marsmission werden während ihres Aufenthaltes in Texas aber Mars Dune Alpha verlassen können – für Weltraumspaziergänge mit Cyberbrillen. Wie bei einer echten Mission sind die Ressourcen und Nahrungsmittel begrenzt und die Kommunikation mit Freunden und Familie ist nur eingeschränkt möglich. Außerdem wird die Crew während des Jahres mit Fehlern und Ausfällen konfrontiert sein.

Harte Kriterien

Für den Einsatz werden die Freiwilligen bezahlt. Wie hoch der Lohn ausfällt, verrät die Nasa nicht. Die Hürde, um sich zu bewerben, liegt jedoch hoch: Interessierte müssen US-Bürgerinnen und –Bürger sein oder ein Visum haben. Mitmachen dürfen nur Nichtraucher zwischen 30 und 55 Jahren mit einen Masterabschluss in einem Mint-Bereich, dazu zählen auch Ingenieurwissenschaften, Biowissenschaften, Physik, Informatik oder Mathematik. Weiter müssen sie in der Lage sein, einen Test zu absolvieren, der ihre Fitness garantiert.

«Sich ein Jahr von den Verpflichtungen des normalen Lebens auszunehmen, kann eine unglaubliche Freiheit sein», erklärt der kanadische Astronaut Chris Hadfield gegenüber Globalnews.ca. «Man denke nur daran, wie viel man nach dieser Zeit auf Netflix nachholen kann», so Hadfield weiter. Interessierte können sich noch bis am 17. September direkt bei der Nasa bewerben.

(L'essentiel/Tobias Bolzern)

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