Texas – Ein schwarzer Gast – viele «KKK»-Schmierereien

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TexasEin schwarzer Gast – viele «KKK»-Schmierereien

Eine weiße Familie beherbergt einen schwarzen Freund. Ihre Gastfreundschaft kommt die Texaner teuer zu stehen.

So hatten sich Darren und Hayli Franke den Vorabend zum Nationalfeiertag des 4. Juli nicht vorgestellt. Als sie am Freitag aufstanden, fanden die weißen Eheleute aus Spring, Texas, ihren Pickup-Truck mit schreiend orangen und schwarzen Hassparolen verschmiert vor.

Die Frankes hatten nichts anderes getan, als ihren afroamerikanischen Freund Josh Joseph zu beherbergen. Wie die Daily Mail aufgrund lokaler Fernsehberichte schreibt, kam Joseph für ein Job-Interview nach Texas. «Mein schwarzer Freund war für zwei Tage hier», sagte Darren Frank. «Wir hingen im Garten herum und mähten den Rasen. Als wir am Morgen aufwachten, sagte er: ‹Man, schau doch mal deinen Truck an.›»

Das «N»-Wort und ein Penis

Der weiße Chevy trug auf allen Seiten rassistische Wörter und Symbole. Auf der Kühlerhaube hatten die Täter die Abkürzung «KKK» für die rassistische Vereinigung Ku-Klux-Klan gesprayt. Die Vandalen hinterließen auch das Wort «Nigger» und ein Penis-Symbol. Fernsehstationen sahen sich genötigt, die anstößigen Kleckereien in ihren Berichten unkenntlich zu machen.

«Es macht mich krank», sagte Hayli Franke dem TV-Sender KRIV. «Wir schreiben das Jahr 2015, und Rassismus sollte kein Thema mehr sein». Wie die New York Daily News berichtet, war Joseph schockiert. «Ich sollte ja bald hierherziehen», sagte er dem Sender. «Und dann sah ich das. Ich hatte das Gefühl, nicht erwünscht zu sein.»

Spießrutenlauf zur Waschanlage

Für die Frankes kam die zweite Blamage, als sie mit dem Truck zur Waschanlage fuhren. «Die Leute starrten und zeigten mit dem Finger auf uns», sagte Hayli. «Sie dachten, wir hätten es getan. Es ist hässlich und ekelhaft. Dabei weiss jeder, der uns kennt, dass wir so etwas nie tun würden.»

Der Trost kam für Joseph und die Frankes nach dem – erfolglosen – Trip zum Car Wash. Nachbarn beider Hautfarben halfen ihnen dabei, mit Nagellack-Entferner und viel Muskelkraft die Besudelung zu entfernen. Nur vier Buchstaben ließen sie stehen: «Love».

Bericht der TV-Station KHOU:

(L'essentiel/sut)

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