Konjunktur in Luxemburg: «Ein Viertel der Einwohner lebt mit Ängsten»

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Konjunktur in Luxemburg«Ein Viertel der Einwohner lebt mit Ängsten»

Trotz des Abflauens der Pandemie haben 25 Prozent der Einwohner ein Gefühl der Angst, so das Statistikinstitut Statec. Zurückzuführen sei dies auch auf den Krieg in der Ukraine und die Inflation.

Wirtschaftswachstum geht nicht immer mit einer Steigerung des Wohlbefindens einher, stellt das Statec fest.

Wirtschaftswachstum geht nicht immer mit einer Steigerung des Wohlbefindens einher, stellt das Statec fest.

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Seit sich die Coronalage entspannt hat, erlebt Luxemburg einen wirtschaftlichen Aufschwung, wie das Statistikinstitut Statec in seinem Bericht «PIBien-être 2021» feststellt. Die Arbeitslosenquote ist 2021 stark gesunken und nähert sich dem Niveau von vor zehn Jahren an. 2020 lag die Quote auf dem höchsten Stand seit 2010», so Statec. Die Verbesserung der wirtschaftlichen Lage spiegele sich auch in der finanziellen Situation der Haushalte wieder, da diese nun seltener in einer prekären Situation seien».

Das Wirtschaftswachstum gehe jedoch nicht immer mit einer Steigerung des Wohlstands einher, betont die Organisation. Laut Studienergebnissen schwanke das subjektive Wohlbefinden der Bürger im Laufe des Jahres 2021 stark. «Fast zwei Jahre nach Beginn der Gesundheitskrise haben ein Viertel der Bürger immer noch Angstgefühle», so Statec.

Betroffen sind demnach vor allem junge Frauen mit geringem Einkommen und Arbeitslose. «Dieser Indikator wird in den nächsten Quartalen 2022 unter dem Einfluss des Krieges in der Ukraine und der Inflation wahrscheinlich noch weiter ansteigen», erklärt das Statistikinstitut. Außerdem leide fast jeder fünfte Bürger unter Einsamkeit, wobei junge Menschen, insbesondere Studenten, am stärksten betroffen seien. Die Zufriedenheit mit dem eigenen Leben sei besonders bei jungen Menschen gering.

Statec hat in Luxemburg ansässige Arbeitnehmer zu ihrer Arbeitszufriedenheit befragt. Es zeigte sich, dass die Unzufriedenheit am Arbeitsplatz der letzten Jahre, im Jahr 2021 auf 14 Prozent gesunken ist, nachdem sie zwischen 2013 und 2018 von 13 Prozent auf 19 Prozent angestiegen war.

Auf den ersten Blick waren Menschen mit Überstunden (19 Prozent) und Schichtarbeit (18 Prozent) sowie junge Menschen (15 Prozent) im vergangenen Jahr am unzufriedensten. «Die größten marginalen Effekte wurden bei den Variablen Nationalität, Schichtarbeit und Dienstalter beobachtet. Die höchste Wahrscheinlichkeit, unzufrieden zu sein, hatten Erwerbstätige mit nicht-luxemburgischer Staatsangehörigkeit, Personen mit Schichtarbeit und Personen mit einer Betriebszugehörigkeit von zehn Jahren oder mehr bei ihrem Arbeitgeber», so Statec.

(L´essentiel/ol)

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