Kundgebung in Paris – Eine Million Menschen ehren die Terror-Opfer

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Kundgebung in ParisEine Million Menschen ehren die Terror-Opfer

Mit einer riesigen Kundgebung soll um 15 Uhr in Paris ein Zeichen gegen Terrorismus gesetzt werden. Auch Luxemburgs Premier Xavier Bettel ist mit dabei.

AFP

Mit einer machtvollen Demonstration gegen religiös motivierten Terrorismus wollen Politiker aus aller Welt sowie Hunderttausende Bürger in Paris ein Zeichen der Solidarität mit den Opfern der Anschlagswelle in Frankreich setzen. Etwa 40 Staats- und Regierungschefs, darunter auch Premierminister Xavier Bettel, wurden auf Einladung des französischen Staatspräsidenten François Hollande zu der beispiellosen Großkundgebung an diesem Sonntag erwartet.


In Luxemburg werden am Sonntag wegen der Anschläge in Frankreich alle nationalen Flaggen auf öffentlichen Gebäuden auf halbmast gesetzt.
Die Regierung lud die Kommunen ein, selbiges zu tun.

In Paris sollen angesichts möglicher weiterer Anschläge durch Islamisten 5500 Polizisten und Soldaten für die Sicherheit der Teilnehmer des Schweigemarsches sorgen. Schon am Samstag waren in ganz Frankreich insgesamt 700.000 Menschen auf die Straße gegangen und hatten der 17 Todesopfer der Gewalttaten von Paris gedacht.

Weitere Komplizen gesucht

Die französischen Ermittler suchen nach dem dramatischen Ende der Anti-Terror-Einsätze weiter unter Hochdruck nach möglichen Unterstützern der islamistischen Gewalttäter. Intensiv gefahndet wurde nach der flüchtigen Lebensgefährtin eines der getöteten Terroristen - die 26-Jährige soll Frankreich aber schon einige Tage vor dem Anschlag auf das Satireblatt «Charlie Hebdo» verlassen haben und in Syrien sein, berichteten französische Medien. Auch nach dem Tod der drei Attentäter am Freitag galt weiterhin die höchste Alarmstufe.

Mit dem Schweigemarsch soll auch ein Zeichen der Geschlossenheit im Kampf gegen den Terrorismus gesetzt werden. Zwölf Menschen starben am Mittwoch beim Anschlag auf das Satiremagazin, eine Polizistin wurde am Donnerstag bei einer Schießerei im Süden von Paris getötet, vier Menschen brachte einer der Terroristen am Freitag bei einer Geiselnahme in einem jüdischen Geschäft im Osten von Paris um.

Neue Drohungen der Al-Kaida

Die Terrorgruppe Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) drohte Frankreich mit weiteren Anschlägen. Auch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) drohte mit einer größeren Terrorkampagne und weiteren Angriffen in Europa und den USA.

Die beiden Brüder Chérif (32) und Said Kouachi (34), die am Mittwoch in der «Charlie-Hebdo»-Redaktion ein Blutbad mit zwölf Toten angerichtet hatten, riefen dabei «Allah ist groß» und «Wir haben den Propheten gerächt». Sie behaupteten, zur Terror-Organisation Al-Kaida zu gehören. Der jüngere der beiden hatte sich nach Erkenntnissen der Ermittler 2011 im Jemen aufgehalten. Einen Zusammenhang mit IS behauptete auch Amedy Coulibaly (32), der erst eine Polizistin und s+später vier Geiseln in dem jüdischen Geschäft erschossen hatte.

Zahlreiche Staatschefs zu Gast

Aus Europa haben unter anderem die Spitzen der EU sowie die Regierungschefs Deutschlands, Großbritanniens, Italiens, Spaniens, Dänemarks, Belgiens, der Niederlande, Finnlands, Griechenlands, Polens, Portugals, Schwedens, Tschechiens, Ungarns, Lettlands, Bulgariens, Kroatiens und Rumäniens ihre Teilnahme zugesagt. Dabei sein werden auch der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu und sein Außenminister Avigdor Lieberman sowie Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und Jordaniens König Abdullah II., der ukrainische Präsident Petro Poroschenko, Russlands Außenminister Sergej Lawrow und der türkische Regierungschef Ahmet Davutoglu

(L'essentiel/dpa)

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