Valérie Trierweiler – Eine Première Dame sucht ihre Rolle
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Valérie TrierweilerEine Première Dame sucht ihre Rolle

François Hollandes Partnerin arbeitet weiter als Journalistin. Ihren ersten Artikel hat Valérie Trierweiler einer First Lady gewidmet, die sich nicht in den Hintergrund drängen ließ.

François Hollande hat einen überzeugenden Start als neuer Präsident Frankreichs hingelegt. Auch die Frau an seiner Seite macht bislang eine gute Figur: Valérie Trierweiler ist schnell aus dem Schatten ihrer glamourösen Vorgängerin Carla Bruni-Sarkozy getreten. Mit den traditionellen Aspekten ihrer neuen Rolle tut sie sich aber noch schwer, etwa mit der Bezeichnung «Première Dame».

Sie finde sie «ein wenig veraltet», sagte Trierweiler in einem Interview mit dem Radiosender France Inter. Einen Ersatz habe sie noch nicht gefunden, räumte die zweimal geschiedene Mutter von drei Teenagern ein. Eigentlich sei es «perfekt», wenn man sie bei ihrem Namen anrede.

«Zwei bis drei Mal pro Monat für die Kulturseite schreiben»

Die 47-jährige Trierweiler hatte für Diskussionen gesorgt, weil sie nach dem Amtsantritt ihres Lebensgefährten weiter als Journalistin arbeiten will. Für ihren ersten Artikel hat sie ein symbolträchtiges Thema gewählt: Eine neue Biographie über die US-Präsidentengattin Eleanor Roosevelt, die während der Amtszeit ihres Mannes Franklin von 1933 bis 1945 regelmäßig Artikel und sogar politische Kommentare veröffentlicht hatte. «Sieh mal an! Eine First Lady als Journalistin ist kein Novum», schrieb Trierweiler im Magazin «Paris Match».

Ihren Vertrag beim Massenblatt verlängerte sie vor wenigen Tagen. Die langjährige Politikjournalistin will künftig Kulturthemen abdecken. Sie werde «zwei bis drei Mal pro Monat für die Kulturseite schreiben», sagte Chefredaktor Olivier Royant dem Radiosender Europe 1. Zur Kritik an ihrer Rolle und mit Blick auf Eleanor Roosevelt schrieb Trierweiler: «Natürlich muss man auf die andere Seite des Atlantiks blicken, um diesen einzigartigen Fall zu finden, und nicht nur Skandal rufen.»

Eine Frau mit Charakter

Mit Klischeevorstellungen über selbstbewusste Frauen tut sie sich besonders schwer. Die satirische Puppensendung «Les Guignols de l'Info» auf Canal+ etwa präsentierte Valérie Trierweiler als eigentliche Chefin im Elysée-Palast, die ihrem François den Tarif durchgibt (siehe Video). Das entspreche überhaupt nicht der Realität, meinte sie im Interview mit France Inter: «Oh là là, da ist eine Frau mit ein wenig Charakter, und sie flößt Angst ein.»

Ganz entziehen will sie sich dem traditionellen Rollenbild der Première Dame aber nicht. Das betrifft vor allem den Einsatz für wohltätige Zwecke. Sie habe sich bereits mit den Vorsitzenden der Fondation Danielle Mitterrand getroffen, sagte Trierweiler. Die 1986 von der damaligen Präsidentengattin gegründete Stiftung setzt sich unter anderem dafür ein, dass alle Menschen in Entwicklungsländern Zugang zu sauberem Trinkwasser erhalten. Nach dem Tod der Gründerin im letzten November ist sie «in Gefahr», so Valérie Trierweiler. Ihr könne langsam das Geld ausgehen: «Für mich ist das eine Aufgabe, um zu helfen.»

(L'essentiel Online/pbl)

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