Tourismus in Luxemburg – Eine «sehr schwierige» Saison für Campingplätze

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Tourismus in LuxemburgEine «sehr schwierige» Saison für Campingplätze

LUXEMBURG – Luxemburgs Campingplatzbetreiber registrieren weit weniger Besucher als in den vergangenen Jahren. Die Verluste sind enorm.

Von Menschenmassen ist in dieser Woche nichts auf den luxemburgischen Campingplätzen zu sehen. «Normalerweise sind wir um diese Jahreszeit jeden Tag gegen 15 Uhr komplett ausgebucht», erzählt Catherine Thill, Leiterin des Campingplatzes in Alzingen. Ein Phänomen, das an diesem Dienstag allerdings ausgeblieben ist. Ein Belgier, der gerade mit seinem Wohnwagen angereist ist, war erst der zweite Gast des Platzes. «Ich verbringe zwei Tage hier, es ist ein wunderschöner Ort. Wenn man sich an die Anweisungen hält, ist die Gesundheitskrise kein Problem», schildert Haine, der anfangs der einzige Besucher des Campings war.

Dennoch hat die Gesundheitskrise «99 Prozent der Kunden» abgeschreckt, bedauert Catherine Thill und zeigt auf die große Leere. Sie wirft den deutschen Behörden vor, «den Tourismus in Luxemburg zu zerstören, indem sie das Land als Risikogebiet einstufen». Die Einführung sanitärer Maßnahmen, neuer Ausrüstung und die häufigen Reinigungsarbeiten hätten «rund 30.000 Euro» gekostet.

Einige Touristen aus Luxemburg

Das Echo in Kockelscheuer, in der Nähe der Sportanlagen, fällt ähnlich negativ aus. «Dieses Jahr werden wir etwa 25 Prozent der üblichen Buchungen verzeichnen», sagen die Manager Margo Struik und Sandor Venneker. Eigentlich beginnt ihre Saison immer an Ostern, doch in diesem Jahr konnte der Campingplatz erst Ende Mai wieder öffnen. Die Besucherzahlen bleiben niedrig. Zudem hätten viele deutsche Touristen ihren Aufenthalt storniert. Die meisten Reisenden stammen inzwischen aus den Niederlanden, wie beispielsweise Peter, der mit seinen Kindern in Kockelscheuer ist: «Wir nutzen unsere Rückreise aus Frankreich, um einen zweitägigen Zwischenstopp in Luxemburg einzulegen.»

In Esch/Alzette auf dem Gaalgebierg fallen die Verluste des Campingplatzes dank dauerhafter Bewohner niedriger aus, erklärt René Schulté, Präsident des Vereins, der den Campingplatz verwaltet. Der Platz ist gut besucht, allerdings handelt es sich hier bei den meisten Personen um Arbeiter, die unter der Woche in einem Wohnwagen oder Wohnmobil leben, bevor sie am Wochenende nach Hause zurückkehren. «Wir haben auch einige Touristen aus Luxemburg empfangen, die mit ihren Zelten kamen», sagt René Schulté. Dennoch ist auch hier ist die Zahl der Besucher um etwa 65 Prozent zurückgegangen. Die wenigen staatlichen Beihilfen «werden diese Verluste nicht ausgleichen».

(Joseph Gaulier/L'essentiel)

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