Zum Tod von Meat Loaf – «Eines Tages schauen wir zurück – und lachen»
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Zum Tod von Meat Loaf«Eines Tages schauen wir zurück – und lachen»

Ein Künstlername, der übersetzt Hackbraten bedeutet, scheint nicht gerade für den Welterfolg zu prädestinieren. Meat Loafs Songs wurden dennoch Klassiker. Nun ist er gestorben.

NASHVILLE, TENNESSEE - MARCH 27: (EDITORS NOTE: Image has been converted to black & white.) Singer Meat Loaf and country artist John Rich perform at Redneck Riviera Nashville on March 27, 2021 in Nashville, Tennessee.   Jason Kempin/Getty Images/AFP (Photo by Jason Kempin / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / Getty Images via AFP)

NASHVILLE, TENNESSEE - MARCH 27: (EDITORS NOTE: Image has been converted to black & white.) Singer Meat Loaf and country artist John Rich perform at Redneck Riviera Nashville on March 27, 2021 in Nashville, Tennessee. Jason Kempin/Getty Images/AFP (Photo by Jason Kempin / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / Getty Images via AFP)

Jason Kempin
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Ein Künstlername, der übersetzt Hackbraten bedeutet, scheint nicht gerade für den Welterfolg zu prädestinieren. Meat Loafs Songs wurden dennoch Klassiker. Nun ist er gestorben.

Ein Künstlername, der übersetzt Hackbraten bedeutet, scheint nicht gerade für den Welterfolg zu prädestinieren. Meat Loafs Songs wurden dennoch Klassiker. Nun ist er gestorben.

Jason Kempin
Pomp, Pathos und Bombast, Frack, Seidentuch und Rüschenhemd: Für den US-Sänger Meat Loaf war es nie zu viel.

Pomp, Pathos und Bombast, Frack, Seidentuch und Rüschenhemd: Für den US-Sänger Meat Loaf war es nie zu viel.

Justin Sullivan
Gefeierte Welterfolge und dramatische Abstürze prägten seine Karriere. Immer wieder schaffte er Comebacks und Songs wie «I'd Do Anything for Love (But I Won't Do That)» wurden zu Klassikern, aber Drogen und Gesundheitsprobleme ließen den Sänger nicht los.

Gefeierte Welterfolge und dramatische Abstürze prägten seine Karriere. Immer wieder schaffte er Comebacks und Songs wie «I'd Do Anything for Love (But I Won't Do That)» wurden zu Klassikern, aber Drogen und Gesundheitsprobleme ließen den Sänger nicht los.

David Becker

Pomp, Pathos und Bombast, Frack, Seidentuch und Rüschenhemd: Für den US-Sänger Meat Loaf war es nie zu viel. Gefeierte Welterfolge und dramatische Abstürze prägten seine Karriere. Immer wieder schaffte er Comebacks und Songs wie «I'd Do Anything for Love (But I Won't Do That)» wurden zu Klassikern, aber Drogen und Gesundheitsprobleme ließen den Sänger nicht los. In der Nacht zum Freitag (Ortszeit) berichtete das Branchenblatt «Deadline» unter Berufung auf die Familie des 74-Jährigen und dessen Agenten nun von seinem Tod; auch in einem Post auf der verifizierten Facebook-Seite des Musikers wurde darüber informiert.

Mit «Bat Out Of Hell» hatte der Musiker, der zu den ganz Großen der Rock'n'Roll-Geschichte gehört, 1977 eines der bis heute meistverkauftesten Alben aller Zeiten veröffentlicht und war über Nacht zum Weltstar geworden. Mit «Bat Out of Hell II: Back into Hell» (1993) und «Bat Out of Hell III: The Monster is Loose» (2006) schaffte er Comebacks und eine Erfolgstrilogie.

«Mein Vater nannte mich ‹Meat›, weil ich als Baby so rot war»

Geboren wurde Meat Loaf als Marvin Lee Aday in Dallas im US-Bundesstaat Texas. Wie er zu seinem Spitznamen kam, der auf Deutsch übersetzt Hackbraten heißt, erzählte er einmal in einem Interview: «Mein Vater nannte mich ‹Meat›, weil ich als Baby so rot war. Auf der High-School wurde ich dann irgendwann von meiner Football-Mannschaft ‹Meat Loaf› genannt.»

Im Alter von 20 Jahren begann die musikalische Karriere des Sängers mit der voluminösen Stimme, der auch eine Schauspielausbildung absolvierte. Er zog nach Los Angeles, sprach für Rollen in Musicals vor und sicherte sich Engagements in «Hair» und «The Rocky Horror Picture Show». Bei den Proben zu dem Musical «More Than You Deserve» traf er 1974 auf den Texter, Komponisten und Musikproduzenten Jim Steinman, mit dem er kurz darauf «Bat Out Of Hell» schuf.

«Bat Out of Hell»-Album ist eines der größten Comebacks

Auf der folgenden Welttournee ruinierte sich der Rock-Koloss seine vier Oktaven umfassende Stimme. Meat Loaf stürzte ab: Depressionen und eine Alkoholsucht setzten ihm zu. Seine Manager verklagten ihn, er war pleite und auch die Freundschaft zu Steinman ging in die Brüche. Die folgenden Platten waren wenig erfolgreich.

Doch Meat Loaf rappelte sich auf. Anfang der 90er Jahre versöhnte er sich mit Steinman und produzierte mit ihm das zweite «Bat Out of Hell»-Album, das heute für eines der größten Comebacks der Musikgeschichte steht. Die erste Auskopplung «I'd Do Anything for Love (But I Won't Do That)» eroberte die Charts – 16 Jahre nach seinem ersten internationalen Erfolg war er wieder ganz oben.

In seinen Songs geht es häufig um den siegreichen Kampf des Guten über das Böse. «Die Regel bei jeder meiner Platten, eigentlich die Regel meines ganzen Lebens war immer die gleiche», sagte Meat Loaf einmal in einem Interview. «Eines Tages werden wir zurückschauen - und lachen.»

(L'essentiel/dpa)

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