Luxemburg – Einige Angestellte arbeiten seit zwei Jahren von zuhause

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LuxemburgEinige Angestellte arbeiten seit zwei Jahren von zuhause

LUXEMBURG – Die Corona-Pandemie hat das Verhältnis zur Arbeit völlig auf den Kopf gestellt. Einige Angestellte arbeiten sogar seit März 2020 Vollzeit im Homeoffice.

von
Pascal Piatkowski
Für gewisse Angestellte ist Telearbeit zur Norm geworden.

Für gewisse Angestellte ist Telearbeit zur Norm geworden.

Die Pandemie hat unser Verhältnis zur Arbeit auf den Kopf gestellt. Dank der Vereinbarungen zwischen Luxemburg und den Nachbarländern haben insbesondere Unternehmer, die Grenzgänger beschäftigen, viel auf Telearbeit umstellen können. Einige Arbeitnehmer haben deshalb seit zwei Jahren keinen Fuß mehr ins Büro gesetzt.

Und viele genießen es, von zuhause arbeiten zu dürfen. Eine Rückkehr zum ursprünglichen Arbeitsplatz ist für manche nur schwer vorstellbar. So auch für Jean*, der als IT-Consultant bei der Europäischen Investitionsbank (EIB) arbeitet. Er sei weniger müde, weniger gestresst und daher «leistungsfähiger». «Es hat nämlich den Vorteil, dass ich auch außerhalb meiner normalen Arbeitsstunden für die User zur Verfügung stehe, was ich sonst nicht täte», erklärt er. Außerdem verliere er nicht drei Stunden am Tag im Verkehr und habe mehr Zeit für seine Familie. «Die Distanz zu den Arbeitskollegen ist dadurch zwar etwas größer geworden, aber die Vorteile überwiegen», sagt Jean.

«Im Homeoffice arbeiten ist ein Traum!»

Auch Corine genießt das Ende der zeitaufwändigen Fahrten zur Arbeit und die Zeit, die sie stattdessen mit der Familie verbringen kann. Der Angestellten in einem Geschäftsreisebüro fehle nur der soziale Kontakt zu ihren Arbeitskollegen. «Ich kann nicht mehr einfach zu ihnen gehen, wenn ich sie brauche. Kaffee- und Mittagspausen und gesellige Momente gibt es nicht mehr», sagt sie. Eine Rückkehr zu ihrem früheren Arbeitsplatz sei für die französische Grenzgängerin derzeit nicht vorgesehen, da Luxemburg und Frankreich ihr Abkommen über Telearbeit bis mindestens Juni 2022 verlängert haben.

«Ich möchte nicht mehr ins Büro zurück. Im Homeoffice arbeiten ist ein Traum!», sagt die Büroangestellte Patricia. Sie habe viel an Lebensqualität gewonnen, verbringe weniger Zeit im Verkehr und im Stau. «Ich kann mich bei der Arbeit besser konzentrieren und bin für meine Arbeitskollegen jederzeit erreichbar. An unserer Beziehung hat sich nichts geändert – es gibt nur weniger Klatsch, was eigentlich nicht schlecht ist», sagt sie. Sie habe zwar geplant, in zwei Jahren in den Vorruhestand zu gehen. Doch nun könne Patricia sich gut vorstellen, bis mindestens 60 weiterzuarbeiten – «natürlich im Homeoffice».

* Die Namen wurden geändert.

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