Arbeit in Luxemburg – Einmal Home Office pro Woche soll Standard werden

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Arbeit in LuxemburgEinmal Home Office pro Woche soll Standard werden

LUXEMBURG – Die Politiker im Großherzogtum sind sich einig: Home Office ist durch die Corona-Krise auf dem Vormarsch und soll gefördert werden.

In Zukunft könnten Luxemburger und Grenzgänger mindestens einen Tag pro Woche aus dem Home Office arbeiten.

In Zukunft könnten Luxemburger und Grenzgänger mindestens einen Tag pro Woche aus dem Home Office arbeiten.

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Für die einen ist sie nicht mehr wegzudenken, für die anderen stellt sie eine wahre Gefahr für das Wirtschaftssystem dar: Die Telearbeit. In der Corona-Krise ist sie auch für die Menschen im Großherzogtum ein Schlüsselthema geworden. Auf politischer Ebene sind sich die Parteien in einem Punkt einig: Diese Arbeitsweise muss erleichtert werden.

Doch so einfach geht das nicht. Es bestehen nämlich zahlreiche Herausforderungen – unter anderem im Rahmen der Besteuerung von Grenzarbeitern. Deutsche Berufspendler können im Prinzip maximal 19 Arbeitstage im Jahr außerhalb der Grenzen Luxemburgs arbeiten – Franzosen haben mit 29 Tagen etwas mehr Spielraum, Belgier dürfen 24 Tage aus Belgien arbeiten. Innerhalb der Corona-Krise wurden diese Regelungen vorübergehend außer Kraft gesetzt, aber das ist kein Dauerzustand. Auf politischer Ebene – sowohl bei den Koalitionsparteien als auch bei der Oppositionspartei CSV – besteht ein Konsens über die Einführung von mindestens einem Telearbeitstag pro Woche.

«In Absprache mit dem Unternehmen»

«Es stimmt zwar, das einige Berufe für das Home Office nicht in Frage kommen, aber das ist kein Grund, um andere daran zu hindern» erklärt der Abgeordnete Charles Margue (Déi Gréng). Er beruft sich dabei vor allem auf «die Vorteile für alle in Bezug auf die Mobilität». Seiner Ansicht nach müsse die Toleranzschwelle der zulässigen Heimarbeitstage für Grenzpendler auf mindestens 45 Tage angehoben werden. Das entspricht einem Tag pro Woche.

Dies ist auch die Idee der DP, die sich die Einführung eines «Rechts auf Telearbeit» wünscht. Die Entscheidung müsse aber «in Absprache mit dem Unternehmen» getroffen werden, so Gilles Baum (DP). Auch Georges Engel (LSAP) ist der Meinung, dass die Frage gesetzlich geregelt werden sollte. Er möchte die Toleranzschwelle auf maximal «ein bis zwei Tage pro Woche» begrenzen.

«Begleitende Maßnahmen im Handel und im Gastgewerbe»

Die CSV möchte noch einen Schritt weiter gehen. «Ein Tag in der Woche ist ein guter Anfang, aber ich werde mich niemandem in den Weg stellen, der noch mehr von zu Hause arbeiten möchten», sagt Marc Spautz. Seiner Meinung nach müsse es aber «begleitende Maßnahmen im Handel und im Gastgewerbe» geben, besonders in der Hauptstadt, um die Verluste aufzufangen.

Déi Lénk fordert Schutzmaßnahmen in Bezug auf «die elektronische Überwachung und das Recht zum Abschalten». Der Arbeiternehmer müsse ebenfalls einen Zuschuss für seine Ausstattung bekommen. Außerdem führt Marc Baum hinzu, dass es verboten sein sollte, einen Arbeitnehmer zu entlassen, der sich weigert, Telearbeit zu leisten.

Die LSAP schlägt wegen der Grenzgänger-Problematik vor, dass das Home Office in «speziell ausgestattete Räume an den Grenzen» ausgelagert werden könnte.

(th/L'essentiel)

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