Gladiatorenschule – Einmal kämpfen wie ein echter Römer

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GladiatorenschuleEinmal kämpfen wie ein echter Römer

TRIER - Das können Interessierte in der ältesten Stadt Deutschlands lernen, wo Römerfan Jan «Animus» Krüger eine Gladiatorenschule gegründet hat.

Beim Römerspektakel «Brot und Spiele» treten jährlich im Sommer Gladiatoren auf.

Beim Römerspektakel «Brot und Spiele» treten jährlich im Sommer Gladiatoren auf.

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Sie sind die Gladiatoren der Neuzeit. Sie tragen Helm, Schwert und Schild - und trainieren zweimal die Woche abends nach der Arbeit. Einmal in einer Turnhalle und einmal im römischen Amphitheater der Stadt Trier. «Und eins und Stich», ruft «Gladiator» Jan «Animus» Krüger und versucht seinen Gegner mit der Holzwaffe zu treffen. Der 35-jährige Eifeler hat im Januar eine Gladiatorenschule in Trier gegründet und lehrt dort echte Kämpfe nach antiken Regeln. «Ich will die alte Tradition wieder aufleben lassen», sagt der gelernte Hotelfachmann und legt seine 22 Kilo schwere Ausrüstung an.

«Blut geleckt» hat Krüger beim bundesweit größten Römerspektakel «Brot und Spiele», das jeden Spätsommer rund 20 000 Fans der Antike in die Moselstadt lockt. Vor zwei Jahren trat er dort erstmals in Schurz und Sandalen als Gladiator im Sand der antiken Arena auf. Beim Mailänder Institut für experimentelle Archäologie «Ars Dimicandi» besuchte der Schauspieler drei «Crash-Kurse» für Gladiatorenkämpfe und trainiert seitdem die Kampfgattungen des «Provokator» und «Gallus». Ausgelernt hat er aber noch nicht. «Mein Ziel ist es, in ein bis zwei Jahren ein Team von sieben Mann aufzustellen, das gleichgesinnt ist», sagt er.

«Prellungen, Schürfungen und Platzwunden passieren schon mal.»

Ein gelehriger Nachwuchs-Gladiator ist Lennart Gawell. Der 29-Jährige hat schon ein paar Jahre Kampfsport-Erfahrung mit Karate hinter sich - und studiert im normalen Leben Wirtschaftsinformatik. «Es ist ein spannender Sport. Geschichte zum Anfassen», sagt er, und haut Krüger mit seinem Schwert auf den Helm. «Das tut nicht weh», meint Krüger. Sei nur ziemlich laut. «Prellungen, Schürfungen und Platzwunden passieren schon mal.» Ansonsten sei der Gladiatoren-Sport nicht gefährlicher als Handball. Die Ausrüstung ist auch nach antikem Vorbild angefertigt. «So ein Helm kostet beim Schmied je nach Modell zwischen 400 und 900 Euro.»

Gladiator Dario Battaglia hat europaweit bereits mehr als 400 Mal in Arenen und Amphitheatern «um Ruhm und Ehre» gekämpft - und als Leiter von «Ars Dimicandi» um die 100 junge Nachfolger an Schwert und Schild ausgebildet. Was es braucht, um ein guter Gladiator zu werden? «Man muss eine große Leidenschaft für Kampfsport und für Geschichte haben. Dann braucht man einen guten Meister, der viel Erfahrung hat, und hartes Training.» 20 Kämpfe müsse man absolvieren, bis man sich Gladiator nennen dürfe.

Kurzseminare für Firmen

«Mir geht es nicht nur ums Kämpfen», sagt Krüger, der zuvor zwölf Jahren Kickboxen betrieben hat. «Sondern auch darum, das erlangte Wissen weiter zu geben.» Daher bietet er auch Kurzseminare in Firmen und eintägige Gladiatorencamps im fast 2000 Jahre alten Amphitheater an. Wo im dritten Jahrhundert übrigens noch römische Gladiatoren um Tod oder Leben gekämpft haben. Später will Krüger mit seinem Team auch durch die Lande ziehen und seine Kämpfe vorführen. Und Jugendliche ausbilden.

Doch jetzt steht erstmal der Höhepunkt seines bisherigen Gladiatorenlebens bevor: Am 17. April will er mit den Kämpfern von «Ars Dimicandi» in Rom in einer Pompa (Festzug) durch das Kolosseum marschieren. Wie seine Vorbilder damals. «Das ist für mich bisher das Höchste», sagt der Schulleiter.

L'essentiel Online/dpa

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