Sechs Monate auf Bewährung – Einschläfern zu teuer – Frau lässt Hund verhungern

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Sechs Monate auf BewährungEinschläfern zu teuer – Frau lässt Hund verhungern

Einfach nur traurig: Eine 66 jahre alte Frau ließ ihren Hund qualvoll sterben, weil sie die Arztrechnung nicht bezahlen wollte.

poor dog from a farm in Nicaragua

poor dog from a farm in Nicaragua

Carles Navarro

Weil ein Hund tagelang lautstark winselte, hielt es ein Nachbar einer 66-jährigen Frau in Wien nicht mehr aus. Er alarmierte die Polizei. Als die Beamten die Wohnung betraten, war es bereits zu spät. Das Tier war völlig abgemagert und entkräftet und konnte nur noch von seinen schrecklichen Qualen erlöst werden, wie die Kronen-Zeitung berichtet.

Eigentlich gehörte das Tier der Enkelin der Frau. Seine letzten sechs Wochen verbrachte der Vierbeiner aber bei der 66-Jährige. Der Fall ging vor Gericht. Dort sagte die Angeklagte: «Was hätte ich machen sollen? Ich hab ihm zu fressen gegeben, der Napf war voll.» Doch der Hund war bereits zu schwach. Er konnte sich nicht mehr bewegen und seinen Kopf nicht mehr zum fressen heben.

Kein Mitgefühl

Als das Winseln des Tieres immer lauter wurde, verfrachtete die Frau es in ihr Badezimmer. Der Tierarzt habe ihr geraten den Hund einschläfern zu lassen. «Aber das kostet alles. So viel Geld hab ich nicht», sagte die Frau. Auf den Einwand der Richterin, dass sie doch nicht warten könne, bis er stirbt, entgegnete sie: «Der ist nicht tot, der ist zu Gott gegangen.»

Die Enkelin gab ihrer Großmutter den Hund, weil sie nach der Geburt ihres Kindes keine Zeit mehr für ihn hatte. Auch bei ihr fehlte von Mitgefühl jede Spur: «Die Hälfte von meinem Sparbuch ging für ihn drauf», jammerte sie nur. Das Gericht hatte kein Einsehen und verdonnerte die 66-Jährige zu sechs Monaten Haft auf Bewährung.

(sw/L'essentiel)

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