Razzien – Elf Millionen müssen vor ihrer Abschiebung zittern

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RazzienElf Millionen müssen vor ihrer Abschiebung zittern

Trumps Regierung ordnet Razzien und ein hartes Vorgehen gegen illegale Einwanderer an. Ausnahmen soll es nur für Minderjährige geben.

«Wir sind hier und bleiben»: In vielen US-Städten gingen in den letzten Wochen Tausende Menschen für die Rechte von illegalen Einwandern auf die Straße. Demonstranten in Los Angeles (14. Januar 2017).

«Wir sind hier und bleiben»: In vielen US-Städten gingen in den letzten Wochen Tausende Menschen für die Rechte von illegalen Einwandern auf die Straße. Demonstranten in Los Angeles (14. Januar 2017).

EPA/Mike Nelson

Trumps Minister für Innere Sicherheit John Kelly hat am Dienstag den Grenzschutz und die Einwanderungsbehörden angewiesen, harte Maßnahmen gegen illegale Einwanderer zu ergreifen. Bis auf wenige Ausnahmen müssen nahezu sämtliche der elf Millionen ohne Aufenthaltsstatus im Land lebenden Menschen nun ihre Abschiebung befürchten.

All jene, die gegen die Einwanderungsgesetze verstoßen hätten, seien von «Vollzugsmaßnahmen» betroffen, die bis hin zur Abschiebung reichten, hieß es in den Anordnungen. Ausnahmen davon würden nur in «extrem begrenzten» Fällen gemacht. Diese Ausnahmen betreffen vor allem Minderjährige.

Die Priorität bei den Abschiebungen liegt demnach auf illegal im Land lebenden Menschen, die wegen Verbrechen verurteilt oder auch lediglich angeklagt oder verdächtigt sind. Aber auch andere «Illegale», die unter Präsident Barack Obama nicht sonderlich um ihren Aufenthalt im Land bangen mussten, sollen nun verschärft verfolgt werden.

Erste Razzien schon durchgeführt

Bereits in der vergangenen Woche waren bei Razzien gegen Einwanderer ohne Papiere nach Angaben des Ministeriums für Innere Sicherheit mehr als 680 Menschen festgenommen worden. Bei 75 Prozent von ihnen habe es sich um verurteilte Straftäter gehandelt. Diese Einsätze hatte das Ministerium allerdings noch als Routine bezeichnet. Auch unter Obama hatte es in den vergangenen Jahren immer wieder derartige Razzien gegeben.

Minister Kelly ordnete zudem nun die Einstellung von insgesamt 15.000 neuen Mitarbeitern durch die Grenzschutz- und Einwanderungsbehörden an. Ferner verfügte er, dass sein Ministerium unverzüglich mit der Planung des Baus einer durchgehenden Mauer an der Grenze zu Mexiko beginnt.

Bislang ist allerdings völlig unklar, wie dieses Milliardenprojekt finanziert werden soll. Mit seiner Forderung, dass Mexiko für die Kosten aufkommen soll, stößt Trump beim südlichen Nachbarn auf Granit. Kelly will am Mittwoch zusammen mit Außenminister Rex Tillerson nach Mexiko reisen.

(L'essentiel/jdr/sda)

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