Wegen Whatsapp-Fiasko – Elon Musk twittert – und die falsche Aktie steigt

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Wegen Whatsapp-FiaskoElon Musk twittert – und die falsche Aktie steigt

Tesla-Chef Elon Musk hat seinen Followern den Messenger-Dienst Signal als Whatsapp-Alternative empfohlen. Darauf folgt ein Kursfeuerwerk an der Börse.

Die Meinung von Tesla-Chef Elon Musk lässt kaum einen Anleger kalt. Nicht nur, weil die Tesla-Aktie im vergangenen Jahr über 700 Prozent zulegte. Auch die Firmen-Empfehlungen des reichsten Menschen der Welt befolgen die Börsianer pflichtbewusst.

So hat Musk seinen Follower vergangene Woche empfohlen, «Signal zu nutzen». Es war eine Reaktion auf die neuen Datenschutz-Bedingungen von Whatsapp. Denn der Whatsapp-Konkurrent Signal wirbt mit einem hohen Grad an Privatsphäre.

Zahlreiche Börsianer verstanden Musks Empfehlung wohl als Kauf-Ratgeber und stürzten sich auf die Aktie von Signal Advance. Deren Aktienwert ist darauf um über 900 Prozent gestiegen. Doch schon am Dienstag ist der Kurs um mehr als 60 Prozent abgefallen. Denn hinter Signal Advance steckt nicht der empfohlene Messenger-Dienst, sondern ein Medizintechnik-Hersteller.

Signal warnt: «Das sind nicht wir»

Für den Messenger-Dienst ist eine gemeinnützige Organisation verantwortlich, die nicht an der Börse notiert ist. Darauf wies das Unternehmen auch schon am Freitag hin: «Es ist verständlich, dass die Leute in das Rekordwachstum von Signal investieren wollen, aber das sind nicht wir», schreiben die Macher von Signal.

Die Nachricht von Signal vor dem Wochenende hat wohl nicht viele Anleger erreicht: Allein am Montag wurden laut Bericht der Handelszeitung mehr als zwei Millionen Aktien von Signal Advance gehandelt. Eine Woche zuvor lagen die Verkäufe noch bei Null.

Anleger irren sich auch in Zoom

Es ist nicht das erste Mal, dass es zu solchen Anlegerfehlern kommt. So gab es etwa schon einige Verwechslungen rund um den in der Corona-Krise boomenden Videokonferenzdienst Zoom und den Handyzubehör-Hersteller Zoom Technologies. Die US-Aufsichtsbehörde stellte darauf den Handel mit Letzterem ein.

Für Experten ist diese Entwicklung ein Zeichen, dass viele Investoren am Markt sind, die sonst nicht in Aktien investieren.

Aufgrund der dauerhaft niedrigen Zinsen sehen immer mehr Leute immer weniger Alternativen zu Aktien, wenn sie Geld anlegen wollen. Zudem haben sie durch die Corona-Krise nicht wie üblich konsumieren können. Das gesparte Geld soll nun auch in den Aktienmarkt fließen.

(L'essentiel/Fabian Pöschl)

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