Familie Lahr kämpft weiter – Emilies Zellen sollen kranken Jungen retten

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Familie Lahr kämpft weiterEmilies Zellen sollen kranken Jungen retten

LUXEMBURG – Im Mai starb die 15-jährige Emilie nach einer langen, seltenen Krankheit. Der Kampf ihrer Familie, der Emilie bekannt machte, geht ununterbrochen weiter.

Die Erinnerung an Emilie Lahr lebt. Dass dies auch mehr als ein halbes Jahr nach dem Tod des Teenagers, der jahrelang an einer einzigartigen Pilzerkrankung litt, der Fall ist, liegt an dem unermüdlichen Engagement ihrer Familie. Mutter Jacqueline sammelt aber nicht nur weiter Spenden, um die teure Behandlung ihrer verstorbenen Tochter abzubezahlen, sondern hat den Kampf gegen seltene Krankheiten zu ihrer Lebensaufgabe gemacht.

Dazu gehört das Verwalten von Emilies Stammzellen. Diese waren dem Mädchen im vergangenen Februar zur Vorbereitung auf eine Knochenmarktransplantation entnommen und gereinigt worden. Doch zu der Transplantation in einem US-Krankenhaus ist es letztendlich nie gekommen: Emilie erlag im Mai in New York einer Herz-Lungen-Embolie.

Die Anteilnahme in Luxemburg war groß. Nun sollen die Zellen des Mädchens weiterleben und einem anderen kranken Kind eine Chance geben. «Als Emilie gestorben ist, hat uns das Krankenhaus in Washington kontaktiert und vorgeschlagen, dass wir Emilies Knochenmark für einen 10-jährigen Jungen freigeben können. Unsere Familie hat entschieden, dass es uns wichtig ist, einem anderen Menschen zu helfen. Wir waren wirklich froh, denn dann ist der ganze Kampf nicht umsonst gewesen», berichtet ihre Mutter Jacqueline.

«Emilie hätte nicht gewollt, dass wir den Kopf hängen lassen»

Ein weiterer Teil der Stammzellen geht in die Wissenschaft. Sie sollen der Krebsforschung sowie der Erforschung des sogenannten «Card 9»-Proteins dienen. Dieses Protein konnte Emilies Körper nicht produzieren und daher keine Abwehrstoffe gegen Pilze bilden. In Luxemburg leiden schätzungsweise 30‘000 Menschen an seltenen Krankheiten. Dass Jacqueline und ihre Familie sich weiter für diese kranken Menschen stark machen, hätte Emilie gewollt, meint ihre Mutter: «Emilie hat immer gesagt, dass sie weitermachen will. Sie hätte vor allem nicht gewollt, dass wir den Kopf hängen lassen.»

Bis zum Jahrestag von Emilies Tod im Mai will die Familie sich genauer überlegen, wofür sie sich einsetzen möchte. Mutter Jacqueline Lahr schmiedet bereits Pläne: Zusammen mit den freiwilligen Helfern der ASBL «Save Emilie Lahr» - sie soll dann später «In Memory of Emilie Lahr» heißen - würde sie sich gern für Kinder engagieren, die an neurologischen Problemen leiden und langsamer lernen. Sie gibt zu: «Es wäre schwer für uns als Familie, wenn wir uns nicht weiter engagieren könnten.»

(sb/L'essentiel Online)

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