Premierminister Xavier Bettel – «Emmanuel Macron verteidigt die europäische Idee»

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Premierminister Xavier Bettel«Emmanuel Macron verteidigt die europäische Idee»

LUXEMBURG – In einem Interview mit der französischen Zeitung «Le Figaro» erklärt Xavier Bettel, warum er in Straßburg an einer Veranstaltung für die Wiederwahl Macrons teilnehmen wird.

von
Pascal Piatkowski
France's President Emmanuel Macron greets Luxembourg's Prime Minister Xavier Bettel (L) at the Palace of Versailles, near Paris, on March 10, 2022, prior to the EU leaders summit to discuss the fallout of Russia's invasion in Ukraine. - EU leaders are scrambling to find ways to urgently address the fallout of Russia's invasion of Ukraine that has imperilled the bloc's economy and exposed a dire need for a stronger defence. (Photo by Ludovic MARIN / AFP)

Luxemburgs Premier Xavier Bettel (links) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron.

Ludovic Marin/AFP

Xavier Bettel und Emmanuel Macron sind bei einer Reihe von Themen auf derselben Wellenlänge – daran erinnerte Luxemburgs Premierminister in einem Interview mit der französischen Tageszeitung «Le Figaro». Auf Nachfrage erklärte Bettel, dass er am Donnerstag in Straßburg an einer öffentlichen Veranstaltung für die Wiederwahl des französischen Präsidenten teilnehmen werde. «Ich habe das Glück, mit ihm im Europäischen Rat zusammenzuarbeiten», sagt Bettel, «Emmanuel Macron ist jemand, der die europäische Idee wirklich verteidigt.»

Für den luxemburgischen Premierminister sei Straßburg außerdem eine europäische Hauptstadt: «Es ist wichtig für mich zu zeigen, dass der europäische Geist in diesem Präsidentschaftswahlkampf existiert». Gerade vor dem Hintergrund, dass in einigen europäischen Ländern «diese Werte kritisiert oder zerpflückt werden. Wenn wir also einen Präsidenten haben, der an ein Friedensprojekt glaubt, möchte ich es verteidigen», erklärte Bettel.

«Da ich schwul und liberal bin, wäre ich mindestens dreimal zum Tode verurteilt worden.»

Luxemburgs Premierminister Xavier Bettel

Für Xavier Bettel sei nicht nur «die vertrauensvolle, freundschaftliche, offene und aufrichtige Beziehungen» zu Emmanuel Macron Grund für die Teilnahme an der Veranstaltung vor der Präsidentschaftswahl, sondern weil die Gefahr bestehe, dass ein populistischer Kandidat in den Élysée-Palast gewählt wird. Die Alternative seien Personen, die sich selbst in den Mittelpunkt rückten, wenn es gut läuft – und umgekehrt Brüssel Schuld trage, wenn es schlecht läuft. «Ich kenne das Vokabular von Frau Le Pen», erklärte Bettel.

«Ich selbst bin zu einem Viertel jüdisch, zu einem Viertel orthodox, zu einem Viertel katholisch, zu einem Viertel atheistisch», sagte Bettel und fügte hinzu: «Ich bin schwul, ich bin liberal, und ich wäre in meinem Land wohl mindestens dreimal zum Tode verurteilt worden». Das dürfe man nicht vergessen, so der luxemburgische Premierminister weiter: «Es ist Europa zu verdanken, dass wir in Frieden leben können.»

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