Luxemburg – Ende von Corona-Beihilfen sorgt in der Gastro für Unmut
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LuxemburgEnde von Corona-Beihilfen sorgt in der Gastro für Unmut

LUXEMBURG – Seit dem 1. März bekommen Bars und Restaurants bestimmte Beihilfen nicht mehr ausgezahlt – obwohl einige Wirte weiterhin über erhebliche Umsatzeinbußen klagen.

von
Joseph Gaulier
Die Gastro-Branche kämpft immer noch.

Die Gastro-Branche kämpft immer noch.

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Obwohl die meisten Corona-Maßnahmen aufgehoben wurden, ist die Krise in der Gastronomie noch nicht für alle vorüber. «Wir machen immer noch 40 Prozent weniger Umsatz», klagt Renzo Bellanima, Betreiber des Délirio Culinario in der Hauptstadt: «In der Mittagszeit sind es sogar 50 bis 60 Prozent weniger, wegen der Telearbeit». Nicht gedeckte Kosten seien noch immer ein ernsthaftes Problem.

Der Gastronom kritisiert, dass die Beihilfen für seine Brache schon zum 1. März ausgelaufen sind. «Ich hoffe, dass das Geschäft ab April wieder anzieht, wenn die Leute wiederkommen. Bis dahin schreiben wir Verluste», sagt er. Zudem habe er einen großen Teil seiner Kunden wegen der Krise und der Telearbeit verloren und befürchtet, dass diese nicht mehr zurückkommen, weil sich ihre Gewohnheiten womöglich geändert haben.

Telearbeit als «Plage» für die Gastronomie

Das Ministerium für Mittelstand bestätigte, dass die Beihilfen für nicht gedeckte Kosten seit dem 1. März nur noch von Hotels und Campingplätzen in Anspruch genommen werden können: «Die Zahl der Anträge auf Beihilfen ist rückläufig, sowohl bei den Konjunkturbeihilfen als auch bei den Beihilfen für nicht gedeckte Kosten», sagte ein Sprecher, der sich darüber freute, dass die Wirtschaft «auf dem Weg der Erholung ist». Die Konjunkturhilfe wird für alle Sektoren, einschließlich des Hotel- und Gaststättengewerbes, fortgesetzt, um «den Liquiditätsbedarf zu decken». Ab Juli könnte jedoch alles wegfallen, da es «keine Anzeichen dafür gibt, dass die EU-Kommission den befristeten Gemeinschaftsrahmen für staatliche Beihilfen über Juni hinaus verlängern wird».

François Koepp, Generalsekretär des Hotel- und Gaststättengewerbes, sagte, er sei «überrascht, dass die Beihilfe für nicht gedeckte Kosten eingestellt wurde, aber die Regierung hat dies beschlossen, weil die Zahl der Anträge stark zurückgegangen ist». Er bezeichnet die Telearbeit als «Plage» für seinen Berufstand. Der Branche würden dadurch «625.000 Euro pro Tag» verloren gehen. Seiner Meinung nach handle es sich «um einen Megatrend, an den wir uns anpassen müssen».

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